Die Lesbarkeitseinschätzung

Lesbarkeit ist die Einschätzung der Verständlichkeit einer Textpassage, bezogen auf den Schreibstil.

Die Lesbarkeitseinschätzung in Aktion

Sie ist Gegenstand intensiver Forschung und tatsächlich gut erfassbar.

Das Augen-Icon

Ein und aus schaltet man die Lesbarkeitseinschätzung mit dem »Auge« Icon in der Statusleiste des Textfensters.

Im Ergebnis wird Ihr Text farbig markiert. Den Regenbogen herunter wird Ihr Text immer lesbarer. Knallrot mag ein juristischer Steuerfachtext sein, Babyblau ist Text, der von der Lesbarkeit her auch in einem Kinderbuch funktioniert.

Die wichtigsten Kriterien sind die »Wortschwierigkeit« und »Satzkomplexität«. Diese Werte werden statistisch bestimmt – man zählt bestimmte Elemente.

Gezählt werden Buchstaben sowie Silben pro Wort, dazu Buchstaben, Silben und Worte pro Satz. Diese Kriterien werden in einer über Jahrzehnte evolvierten Formel zueinander in Bezug gebracht.

Als Besonderheit schätzt Papyrus Autor die Lesbarkeit nicht nur für einen gesamten Text ein. Analysiert wird eine sinnvolle Texteinheit, wo der Schriftsteller eine Kritik auch nutzen kann – der Absatz. Hier kann man ansetzen und eingreifen.

Was besagt nun das Ergebnis unserer Lesbarkeits-Einschätzung? Sie ist kein absolutes Entscheidungskriterium für Qualität, das sei deutlich betont.

Genau wie die Stilanalyse soll die Lesbarkeitseinschätzung nur mögliche Stolpersteine zu finden helfen. Textstellen, die potentiell zu schwierig sind, bei denen Ihr Leser strauchelt und somit »aus der Geschichte fällt«. Das Lesevergnügen ist gestört.

Genau hier ist die Lesbarkeits-Einschätzung nützlich. Sie können immer tiefer in Ihre Texte einsteigen, um Passage für Passage den Text anzupassen und so die Lesbarkeit zu erhöhen.

Einzelne Absätze werden mit Farben hinterlegt, die dem Schwierigkeitsgrad an Lesbarkeit entsprechen.

Die Lesbarkeits-Einschätzung geht den Regenbogen entlang:

Tiefrot – hochkomplexe Fachtexte, Gesetzestexte

Blassrot – komplizierte Erklärungen mit Fachwörtern

Orange – schwierigere Textpassagen bis gehobenes Zeitungsniveau

Gelb – von Erwachsenen »normal« lesbarer Text

Grün – flüssig, normales Zeitungsniveau

Hellblau – einfacher Text, auch für jüngere Leser ohne Probleme verständlich

Tiefblau – »kindlicher« Text, Werbung

Interessant ist, wo »Ausreißer« auftreten. Wenn solche Absätze auch faktisch eine besondere Stelle markieren, dann ist ein Wechsel in der Lesbarkeit kein Bruch, sondern Stilmittel und in Ordnung. Sonst aber behindern solche Absätze den Lesefluss.

Auch muss man verschiedene Genres berücksichtigen. Ein Kinderbuch wird eine andere Lesbarkeit anstreben, als ein philosophisches Werk.

»Lesbarkeitseinschätzung« Einstellungen

Den Dialog zur Lesbarkeits-Einschätzung finden Sie in den Papyrus »Einstellungen« → »Rechtschreibprüfung« → »Lesbarkeit« oder über das Kontextmenü des »Auges«.

Lesbarkeit Einstellungen

Hier stellt man für die Lesbarkeitseinschätzung die Farben ein, die der pro Absatz ermittelte Lesbarkeits-Index annehmen soll.

Weiter können Sie jedem der Farbwerte einen Lesbarkeitswert als »Zentrum« geben, von dem aus die Farbe in die anderen Farben übergleitet.

Dazu ist es möglich, die Länge von kurzen Sätzen einzustellen, ab der diese gar nicht analysiert werden sollen.

Sachtexte oder komplexe Fachbücher sind natürlicherweise schwerer lesbar als ein Roman. Bei solchen Werken kann die »normale« Lesbarkeitseinschätzung fast komplett orange und rot zeigen, wenn man unsere normale Formel einsetzt.

Roman oder Sachbuch?

Daher können neben der Standard-Formel auch zwei weitere Formeln gewählt werden. Diese spreizen die Lesbarkeitseinschätzung auch für schwierigere Texte weiter auf, so dass man bei solchen Texten »mehr sieht« und auch nach diesem höheren Niveau dort besonders schwer lesbare Absätze angehen kann.

Für Belletristik, Romane und Kurzgeschichten, empfehlen wir die Stufe »Belletristik«. Dann kommt das Sachbuch. In der dritten Stufe liefert Papyrus auch bei komplexeren Fachbüchern noch eine differenzierte Lesbarkeitseinschätzung.

Machen Sie aber bitte nicht den Fehler, sich die Formel auszusuchen oder eine Darstellung zu wählen, bei der Ihr Text besonders »gut« aussieht, also grün und blau – das ist natürlich Selbstbetrug!

Ein Roman sollte – auch nach der Belletristik-Formel – kaum Rot zeigen und nur gelegentlich über Gelb ins Orangene abdriften.

Darüber hinaus steht es auch einem Fachbuch nicht schlecht, wenn es selbst nach der »härter« greifenden normalen Formel gern ins Grüne oder gar Blaue reicht.

Last updated by Matthias Wenzel on Dezember 13, 2017