Verwendung von Possessivpronomen

Dieses Thema im Forum "Tipps und Tricks" wurde erstellt von timilu, 10. Mai 2019.

  1. timilu

    timilu Member

    Egal welche Erzählperspektive, ich stolpere darüber, dass in einer Szene eben von seinem Mund geschrieben wird und im nächsten Satz von dem Mund. Wobei mir eben "in den Mund", näher in der Perspektive erscheint und man soll in einer Szene Perspektiv-treu schreiben. Ist dass dann kein Fehler mal von seinem und von dem Mund zuschreiben? Ich glaube ich denke gerade verquer und hoffe, ihr versteht, was ich meine?

    Ich rieb meine schmerzenden Beine
    Ich rieb mir die schmerzenden Beine.

    Klaus schob sich ein Stück Apfel in seinen Mund
    Klaus schob sich ein Stück Apfel in den Mund
     
  2. Zauberfrau

    Zauberfrau Well-Known Member

    Hallo @timilu :)

    Also, ich habe gemerkt, dass man sehr schnell zu viele Possesivpronomen im Text bekommen kann. Daher habe ich mir angwöhnt, so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig zu verwenden.
    Also wenn es klar ist, dass es die eigenen Beine sind, die man reibt, dann ohne. Ist oft recht knifflig. Und in vielen meiner Textstellen bin ich noch lange nicht zufrieden.
    Ich gebe dir recht: Das ist ein Thema, dem man beim Überarbeiten Beachtung schenken sollte. Im Entwurf ist es unwichtig, weil da ja erst mal die Geschichte an sich rausmuss :love:

    Liebe Grüße,
    Vroni
     
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  3. timilu

    timilu Member

    Vielen Dank Vroni. :) Ich finde es eben seltsam, wenn im Satz zuvor von den Ohren geschrieben wurde und im Folgesatz von meinen Beinen. Die Person ist gleichgeblieben und für mich fühlt sich dass eben falsch an.
    Und ja, zu viele Possessivpronomen sind grausam.
     
  4. Yoro

    Yoro Active Member

    Ich sehe es wie Vroni: So wenig Possessivpronomen wie möglich.
    Bei 'Klaus schob sich ein Stück Apfel in den Mund' ist völlig klar, dass damit sein Mund gemeint ist, das sagt ja das Reflexivpronomen bereits aus.
    'Klaus schob sich ein Stück Apfel in seinen Mund' ist irgendwie doppelt gemoppelt und klingt eigenartig, geht ein bißchen in Richtung weißer Schimmel.
    Kann manchmal wirklich knifflig sein, ich verlasse mich da immer auf mein Gefühl: Wenns irgendwie komisch klingt, wirds umformuliert.
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. Mai 2019
  5. timilu

    timilu Member

    Eben, aber solche Sätze habe ich gefunden ( nicht bei mir) und sie gefallen mir nicht.
     
  6. Yoro

    Yoro Active Member

    Ich würde sagen (bin mir aber nicht 100%ig sicher), dass beide Formen grammatikalisch richtig sind. Also nimm die, die dir am besten gefällt.
     
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  7. Grudo

    Grudo Active Member

    Schließe mich Vroni und Yoro voll und ganz an: So wenig wie möglich und so viel wie nötig.
     
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  8. monaL

    monaL Member

    Ich glaube mal gelesen zu haben, dass man im Englischen eher "sein" - "ihr" usw. sagen sollte. Vielleicht kommen solche Sätze wie: "schob sich den Apfel in seinen Mund" in Romanen dann eher durch die Übersetzung zustande?
     
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  9. timilu

    timilu Member

    Das könnte natürlich möglich sein, MonaL. Danke für eure Antworten. :)
     
  10. Max

    Max Well-Known Member

    Possessivpronomen sind dann wichtig, wenn du die Zugehörigkeit betonen willst. Der Apfelsatz lässt sich ja noch steigern:
    Er schob sich ein Stück Apfel in den Mund.
    Er schob sich ein Stück Apfel in seinen Mund.
    Er schob sich ein Stück Apfel in seinen eigenen Mund.
    Ich denke, das hängt vom Kontext ab und muss seine Berechtigung haben. Vielleicht hat er ja zuvor seinen Freundin mit Apfelstückchen gefüttert. Jetzt aber ist etwas passiert, dass seine Handlung verändert.
    Ansonsten stimme ich mit Vroni und Yoro überein, dass hier weniger mehr ist. Das Possessivpronomen macht den Text schwerfälliger.
     
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  11. Theophilos

    Theophilos Well-Known Member

    Beim ersten Beispiel würde ich sagen, dass man die beiden Sätze synonym verwenden kann.
    Beim zweiten Beispiel würde ich nur den zweiten Satz schreiben, denn man schiebt ja nicht so ohne weiteres ein Stück Apfel jemand anderem in den Mund. Von daher erübrigt sich m.E. die Formulierung "in seinen Mund".
    Allerdings sind die Begründungen zu den verschiedenen Variationen von Max nicht von der Hand zu weisen.
     
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