Suche Österreicher & bayrische Autoren

Dieses Thema im Forum "Recherche-Experten" wurde erstellt von Elle Flynn, 5. Februar 2018.

  1. Elle Flynn

    Elle Flynn New Member

    Hallo Zusammen,

    ich bin auf der Suche nach jemandem, der Wienerisch bzw. österreichischen Dialekt spricht und vor allem schreiben kann. :rolleyes:
    Hierbei handelt es sich um Übersetzung von ein paar Dialogen, die ich gerne so authentisch, wie möglich niederschreiben möchte.

    Die Dame, deren Dialogübersetzung ich benötige, heißt Adele und ist im Jahre 1954 ca. 60 Jahre alt und stammt aus sehr einfachen Verhältnissen aus ländlichen Gefilden. Dies sollte sich demnach auch auf ihre Artikulation auswirken - also fernab vom noblen Wienerisch.

    Anbei schreibe ich Euch die Dialoge nieder.

    Ich würde mich ziemlich freuen, wenn sich unter Euch jemand findet und mich unterstützt :X3:(y)

    "Gnädige Frau, dort lebt niemand. Ich bin vor zwei Jahren von der Arbeitsvermittlung geschickt worden und reinige die Wohnung zweimal im Monat."

    "Ich weiß, dasdort bis zum ende des Kriegs ein ranghoher Offizier mit seiner Familie gelebt hat. So, wie ich gehört habe, wurde anschließend das Gebäude an einen Geschäftmann gekauft, aber nie vermietet. Gesehen habe ich ihn nie."

    "Wie ist denn Ihr Name, gnädige Frau"

    "Das fasse ich ja nicht! Sie sind das Räuleintochter vom gnädigen Bankdirektor? Ich kenne die Bank. Mein Bub hat dort in der Poststelle gearbeitet. Er starb 1942 an der Ostfront in Smolensk."

    "Wir sind selber schuld. Gefeiert haben alle den Teufel, als er nach Wien kam."

    "Kommen Sie mit, Fräulein. Warten Sie! Vor einiger Zeit kam ein Brief. Hoffentlich war es nichts wichtiges."

    "Das ist aber komisch, der Brief ist an Sie adressiert."

    "Ja sowas, welch ein großzügiger Herr. Was wollen Sie jetzt machen, Fräulein? Gehen Sie doch zur Bank. Der Herr hat Ihnen doch Geld geschickt."

    Das war´s schon ;););)

    Schon einmal ganz herzlichen Dank.
     
    Zuletzt bearbeitet: 5. Februar 2018
  2. NinaW

    NinaW Well-Known Member

    Du solltest ein bißchen genauer spezifizieren, welchen Dialekt du haben möchtest, im wiener Raum spricht man doch entscheidend anders, als z.B. im linzerischen Raum, nicht aufgrund der Noblesse sondern der Gegend
     
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  3. Elle Flynn

    Elle Flynn New Member

    Hallo NinaW,

    danke für den Hinweis. Goldrichtig, die Dame kommt aus der Gegend von Traun und lebt seit den 30er Jahren in Wien. Allerdings gehe ich nicht wirklich auf ihre Vergangenheit ein.
     
  4. Hallo,

    ich hänge mich mal frech hier ran - obwohl mein Wohnort im Bundesland Bayern liegt, habe ich von Dialekt/Mundart keine Ahnung.

    Ich suche daher jemanden, der bayrisch spricht/schreiben kann und mir ein paar einfache Sätze eines ebenso einfachen Gemüts nach "tiefstes bayrisch" (Gebiet Bayerischer Wald) übersetzen kann.

    Viele Grüße
    Scherbengericht
     
  5. Vouivre

    Vouivre Active Member

    Also, wenn sie lang genug in Wien war, dann versuch ichs mal mit Wienerisch:

    "Gnädige Frau, dort lebt niemand. Ich bin vor zwei Jahren von der Arbeitsvermittlung geschickt worden und reinige die Wohnung zweimal im Monat."
    Gnä' Frau, durt lebt kaner. Mit hot die Orbeitsvermittlung g'schickt vor zwei Johr und ich putz die Wohnung zwa moi im Monat."

    "Ich weiß, dasdort bis zum ende des Kriegs ein ranghoher Offizier mit seiner Familie gelebt hat. So, wie ich gehört habe, wurde anschließend das Gebäude an einen Geschäftmann gekauft, aber nie vermietet. Gesehen habe ich ihn nie."

    I waas no, dass dort a hoher Offizier glebt hot bis der Kriag aus wor. I hob nur g'hört, dass des dann a G'schäftsmau g'kauft aber nie vermiat hot. G'sehn hob i eam oba nie.

    "Wie ist denn Ihr Name, gnädige Frau"

    Da gibt's mehrere Möglichkeiten. Ist auch anlassbedingt. "Wem derf i denn melden, Gnä' Frau?", Wia hassens denn, gnä' Frau"

    "Das fasse ich ja nicht! Sie sind das Räuleintochter vom gnädigen Bankdirektor? Ich kenne die Bank. Mein Bub hat dort in der Poststelle gearbeitet. Er starb 1942 an der Ostfront in Smolensk."

    Na, des gibt's jo net! Sie san des Fräulein Tochter vom Gnä' Herrn Bankdirektor? I kenn die Bank. Mei Bua wor dort in der Poststell' ang'stellt. Bis er 1942 an der Ostfront in Smolensk gfallen is" (oder … gstorben is." wie im Text angeführt. In Wien würde man aber "gefallen" bevorzugen. )
    "Wir sind selber schuld. Gefeiert haben alle den Teufel, als er nach Wien kam."

    Mia san jo selber schuld. Gfeiert ham olle den Teufel, wia er noch Wien kummen is."

    "Kommen Sie mit, Fräulein. Warten Sie! Vor einiger Zeit kam ein Brief. Hoffentlich war es nichts wichtiges."

    "Kummens mit, Fräulein. Worten S'! Da is amol a Briaf kummen für Sie. I hoff, es wor nix Wichtigs."

    "Das ist aber komisch, der Brief ist an Sie adressiert."

    "Komisch, der Briaf is jo für Sie."

    "Ja sowas, welch ein großzügiger Herr. Was wollen Sie jetzt machen, Fräulein? Gehen Sie doch zur Bank. Der Herr hat Ihnen doch Geld geschickt."

    Das wäre jetzt in Wienerisch, wobei man, je nach Leser das Wienerische noch mehr oder weniger "eindeutschen" kann. Also z.B. statt Poststell' Poststö (mit verschlucktem "l"). Oder auch statt "der Briaf ist jo für Sie", "Da Briaf is jo für Eana". Das lässt sich noch weiter steigern. Aber ich denke, irgendwann, wird es dem Leser zu anstrengend.
     
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