Die Stilanalyse von Papyrus Autor

Die Stilanalyse macht »Papyrus Autor« zu dem »Programm für besseren Text«. Sie ist eine Umsetzung der Ideen vom Bestseller-Autor Andreas Eschbach und seiner Textüberprüfung in 10-Punkten.

Sie schalten die Stilanalyse mit einem Klick auf die Feder unten in der Statusleiste des Fensters an und aus.

Ähnlich einer Rechtschreibprüfung markiert die Stilanalyse, was sie als Schwächen Ihres Textes erkennt. Mit einem wichtigen Unterschied:

Die Stilanalyse zeigt ihnen viele Textschwächen, die allgemein als schlechter Stil anerkannt sind

Eine Rechtschreibkorrektur markiert, was wirklich fehlerhaft ist. Anders die Stilanalyse. Die markierten Stellen sind als Vorschläge zu verstehen, sich diese Textstellen genauer anzuschauen.

Es gilt potentielle Stolpersteine zu finden, die den Leser aus dem Fluss reißen. Das ist schädlich für Ihre Geschichte und genau das, wobei die Stilanalyse hilft – Stolpersteine ausmerzen.

Eine hundertprozentige Entscheidung kann und soll es hier nie geben. Erschrecken Sie also nicht, wenn Ihr Text nach Einschalten der Stilanalyse viele bunte Kästchen und Kringel aufweist – das ist normal.

Nutzen Sie die verschiedenen Sets der Stilanalyse. So können Sie schnell zwischen verschiedenen Einstellungen hin und her schalten, bspw. von »flüssiges Schreiben«, wo Sie möglichst wenig Anmerkungen haben wollen, auf den Satz für die »Endkorrektur«, der alles Mögliche moniert und markiert.

Schalten Sie zwischen den verschiedenen Sets um, je nach Ihrem aktuellen Überarbeitungsschritt

Mit einem Rechtsklick auf die Stilanalyse-Feder erhalten Sie das Kontextmenü und stellen das gewünschte Set ein.

Hier kommen Sie auch zum Einstellungsdialog für die Stilanalyse. Dort können Sie Veränderungen an vordefinierten oder eigenen Sets vornehmen oder auch die Liste der Füllwörter beeinflussen.

Stilanalyse-Sets

Die Stilanalyse will mit Bedacht eingesetzt werden. Wann ist eine »scharfe« Korrektur angebracht, wann sollte man die Stilkorrektur nur auf eine schwache Stufe oder gar aus stellen?

 

Stellen Sie sich die Stilanalyse so ein, dass sie hilft und nicht stört! Beim ersten Schreiben bleibt die Stilanalyse aus oder steht höchstens auf »Basis«, damit Ihr Schreibfluss nicht abreißt.

 

Umschalten zwischen Stilanalyse-Sets

»Basis«, »Überarbeiten« und »Korrekturlesen« sind Allzweck-Sets, die über das gesamte Spektrum der Papyrus Stilanalyse analysieren. Ein höheres Level bedeutet eine »strengere« Beurteilung und damit mehr markierte Hervorhebungen.

»Überarbeiten« ist die von uns als sinnvoller Einstieg gewählte Voreinstellung.

Die anderen Sets sind »Fokus Modi«, die einen bestimmten Aspekt in den Vordergrund stellen.

»Aufräumen« konzentriert sich auf Füllwörter und Adjektive / Adverbien, so dass Sie gezielt auswählen, welche dieser häufig überflüssigen Begriffe Sie löschen oder behalten wollen.

»Umformulieren« fokussiert auf »schwache« Begriffe, die Sie für stärkeren Text prägnanter ausdrücken sollten (»gehen« statt »rennen«, »Waffe« statt »Machete«), sowie zeitliche Zuordnungen wie unnötige Gleichzeitigkeiten (»als«, »während«, …) oder künstliche »Erschrecker« (»plötzlich«, »überraschenderweise«).

Dazu kommen »Wertungen«, die pauschal und flach wirken (die »wunderschöne« Frau) und Passiv-Konstruktionen, die meist hölzern wirken.

Vieles bei »Umformulieren« sind pauschale Beschreibungen, die erst durch stärkere Details ersetzt starke Bilder im Leser erzeugen (»Show, Don’t Tell«).

»Restrukturieren« erfordert oft einen Umbau des Satzes, wenn Sie eine flache Phrase verwendet haben, Nominalstil oder gar Amtsdeutsch verwendet haben oder eine Passiv-Konstruktion ins Aktiv überführen sollten.

»Office / Science« ist für den Einsatz außerhalb der Belletristik gedacht, für Geschäftsbriefe, Werbung, Handbücher, wissenschaftliche Arbeiten etc.

Wie gesagt – man sollte keinesfalls anstreben, sämtliche »Farbe« aus dem Text zu bekommen. Das ist kaum möglich und frustriert. Man soll nur hier und da Punkte finden, die durch die Stilanalyse aufblitzen, so dass man erkennt, dass sie noch verbesserungswürdig sind.

Von großer Relevanz ist, was für Textstellen gerade analysiert werden. Zwei Philosophen, die spätabends weinselig miteinander fabulieren nutzen lange, komplexe Sätze mit Füllwörtern – alles in Ordnung, das passt gut zur Szene.

Aber bei der schnellen Verfolgungsjagd interessiert der mit vielen Adjektiven beschriebene Zustand der Sitze im Wagen nicht – da möchte man wissen: Entkommt der Bösewicht oder nicht?

Wenn der Text reich an Action ist, schnell funktionieren muss, dann sollte man die Stilanalyse sehr intensiv beachten. Desgleichen, wenn man erklärende Sachtexte schreibt. Je spannender oder schwieriger der Zusammenhang, desto »sauberer«, sprich »stilechter« sollte der Text sein.

Das Beispieldokument »Stilanalyse Testsätze« im Beispiel-Dokumenten-Ordner der Papyrus Installation ist gut geeignet, um all das einmal auszuprobieren.

Welche Schwächen findet die Stilanalyse?

Die Stilprüfung zeigt verschiedenste »Stilschwächen« mit unterschiedlichen Markierungen an. Wenn Sie mit der Maus im Text auf so eine Markierung gehen, sehen Sie in einem Tooltip, was an dieser Stelle kritisiert wird.

In der Statuszeile des Fensters zeigt Ihnen Papyrus einen möglichen Grund zur gefundenen Stilschwäche an.

Wortwiederholung des Wortes »Leser«, sowie ein Schlangensatz von 40 Wörtern Länge

Sie finden drei wesentliche Bereiche, die als »schlechter Stil« gelten können.

Zuerst sind dies nah beieinander liegende, doppelte Wörter. Der Text wirkt dadurch holperig.

Alle Dubletten werden farbig hervorgehoben, wenn man den Textcursor in eines der Wörter setzt.

Nutzen Sie Papyrus’ Thesaurus, das eingebaute Synonym-Lexikon. Ein Rechtsklick auf ein doppeltes Wort bringt die Liste der Synonyme, aus der Sie sich eine passende Alternative heraussuchen können.

Der Thesaurus im Kontextmenü eines Wortes

Der zweite Bereich für schlechten Stil sind zu lange Sätze. Je länger ein Satz, desto schwieriger ist für den Leser der Sinn zu erfassen. Das birgt die Gefahr, dass der Leser angestrengt wird und ermüdet.

Der letzte Stil-Bereich umfasst bestimmte Worte und Ausdrücke, die oft als »schlechter Stil« empfunden werden. Papyrus führt ein Negativ-Lexikon eben solcher Begriffe, untergliedert in einige Kategorien.

Wie stark ein bestimmtes Wort als »stillos« empfunden wird, geht dabei in eine Wertung von ein, die in der Schärfe der jeweiligen Sets berücksichtigt wird.

Sie können auch selbst eigene »Unworte« in unsere Füllwortliste aufnehmen oder darin bereits vorhandene Einträge verändern.

Stilanalyse Einstellungen und Rubriken

Die Stilanalyse Einstellungen sind entweder über einen Rechtsklick auf das Schreibfeder-Symbol unten in der Statusleiste Ihres Textfensters und Klick auf »Stilanalyse-Einstellungen« oder in den Papyrus »Einstellungen« → »Rechtschreibprüfung« → »Stilanalyse« erreichbar.

Die Einstellungen für die Stilanalyse

Es werden 10 namentliche »Sets« von Stilanalyse-Einstellungen verwaltet.

Die ersten Sets sind von uns vorbelegt, können aber von Ihnen wie gewünscht geändert werden.

»Standardeinstellungen« setzt das aktuell eingestellte »Setting« auf unsere voreingestellten Werte zurück.

Die verschiedenen Rubriken für »schlechten« Stil können Sie getrennt voneinander in der Markierungsfarbe und Art der Unterkringelung einstellen.

Die Stilanalyse wird für alle Textteile – den Haupttext, ggf. auch Notizzettel und Tabellen durchgeführt, die auch im Dialog für die Rechtschreibkorrektur gesetzt sind.

Die drei Rubriken möglicher Stilbrüche, die mittels Papyrus‘ Stilanalyse gefunden werden können, sind:

  • Wortwiederholungen in engem Textbereich
  • Zu lange Sätze
  • Negativ-Lexikon für Aufblähungen und andere Unwörter

 Wortwiederholungen

Innerhalb weniger Zeilen mehrmals den gleichen Begriff (sog. »Dubletten«) zu benutzen, gilt als schlechter Stil, da der Leser das als Muster im Text erkennt und darüber »stolpert«.

Einstellungen für die Wortwiederholung

Wenn man »Wortwiederholung« einschaltet, sucht Papyrus Autor innerhalb einer einstellbaren Umgebung von Zeilen ober- und unterhalb von Wörtern nach »Zwillingen« zu diesem Wort.

Sie können einstellen, wie viele Zeilen über und unter einem Wort durchsucht werden (wir empfehlen mindestens 3 und maximal 12 Zeilen).

Dazu stellen Sie ein, wie lang Wörter überhaupt sein sollen, ehe sie überprüft werden. Dreibuchstabige Wörter sind häufig Hilfsverben, Artikel, Präpositionen und derlei, welche auch in der Verdoppelung beim Lesen nicht als störend auffallen.

Dazu bietet die Stilanalyse von Papyrus Autor eine »Liste ignorierter Wörter«, die davon ausgenommen werden, als Dubletten in enger Umgebung markiert zu werden. Diese Liste ist von Ihnen frei editierbar. Die Liste für die Dublettensuche im engen Bereich enthält die wichtigsten häufigen Wörter (»der«, »die«, »das«, »ein«, »ist«, …).

Nach Dubletten (wie auch nach den noch besprochenen »Unwörtern«) wird mit einer Grund- und Beugungsformen-Erzeugung gesucht. Nach grammatikalischen Regeln werden also neben der Grundform auch Beugungen (Plural, Genitiv, etc.) relativ regelmäßiger Wörter gefunden.

Die Algorithmik für Stamm- und Beugungsformen ist sprachenabhängig und richtet sich nach der entsprechenden Einstellung (Menü »Zeichen«, »Silbentrennung / Sprache…«). Im Normalfall also einfach auf »Deutsch«.

Wenn man eine Wiederholung anklickt, hebt Papyrus auch ihre Nachbarn hervor

Wenn man den Textcursor in ein Wort mit der von der Stilanalyse gesetzten Auszeichnung „Wortwiederholung“ setzt, werden automatisch benachbarte Wort-Dubletten (nach Stammbildung, also auch gebeugte Formen) farbig hervorgehoben. Die Farbe ist unter »Einstellungen« → »Rechtschreibprüfung« → »Stilanalyse« einstellbar.

Sobald man anfängt, den Text zu bearbeiten, verschwindet die Markierung.

Es kann vorkommen, dass Wörter hervorgehoben werden, die nicht unterstrichen sind. Es handelt sich dann um Wörter, die zwar auf den Wortstamm passen, aber kürzer als die eingestellte minimale Wortlänge für Wortwiederholungen sind.

Zu lange Sätze

Es gilt als schlechter Stil, den Leser mit überlangen Sätzen anzustrengen, bei denen man bei Erreichen des Endes schon vergessen hat, wie der Satz anfing.

Einstellungen für zu lange Sätze

Es werden durch die Papyrus Autor Stilanalyse alle Sätze hervorgehoben, die über die angegebene Mindestlänge von Wörtern hinausgehen.

»Sätze« sind hier definiert durch feste Seiten-, Zeilen und Absatzenden, Doppelpunkte sowie die Satzendezeichen Punkt, Ausrufe- und Fragezeichen.

Negativ-Lexikon für Stilschwächen

Es gibt eine Reihe stilistischer »Schwächen«, die allgemein bekannt sind, dazu gibt es noch Wörter, die aus persönlicher Eigenheit immer wieder eher unbewusst in den Text gelangen, obwohl man selbst diese gern vermeiden würde.

Texte lesen sich ohne diese »Unwörter« flüssiger und spannender.

Genau dafür führt Papyrus Autor in seiner Stilanalyse ein Negativlexikon von Wörtern, die auf stilistisch schwache Stellen hindeuten und entsprechend markiert werden.

Verwaltet und gehalten werden all diese »Füllwörter« direkt in Papyrus. Sie können die Liste der »Füllwörter« auch selbst erweitern und ändern (mit dem Button ).

»Löschen« Sie hier Füllwörter, die Sie nicht im Text moniert haben wollen, oder fügen Sie eigene Worte hinzu. Hierbei können Sie auch die Kategorie und Stufe definieren oder ändern.

Nach »Unwörtern« wird ebenfalls mit der oben schon erwähnten Grund- und Beugungsformen-Erzeugung gesucht.

Man kann den einzelnen »Füllwörtern« auch eine Stufe verleihen, ab der sie erst markiert werden sollen.

Ist ein Füllwort also von Stufe 2, aktuell im Dialog eingestellt ist aber nur Stufe 1, dann wird das Wort nicht markiert.

Erst, wenn die Stufe im Dialog auf [ 1, 2 ] gestellt wird, wird das Füllwort als (möglicherweise) schlechter Stil unterstrichen.

Die Vergabe der Stufen pro Wort wird hinter dem »Unwort« selbst in der »Füllwortliste« in eckigen Klammern getätigt ([1], [2] oder [3]). Ob man dabei der Übersichtlichkeit halber trennende Leerzeichen angibt, ist der Papyrus Autor Stilanalyse egal. Hat man keine Stufe angegeben, ist die Stufe automatisch [1].

Füllwörter werden auch gefunden, wenn sie in fillword_de.txt klein, aber im Text groß geschrieben werden (z. B. an Satzanfängen).

Verschiedene Stufen in den Einstellungen der Stilanalyse

Es werden verschiedene Kategorien von »Unworten« unterschieden, die auf ihre Art stilistisch »Holperiges« beschreiben und einzeln überprüft werden sollten.

Die Kategorien können jeweils einzeln mit verschiedenen Farben und Unterstreichungen markiert werden.

In der »Füllwortliste« wird die Zugehörigkeit durch Auswählen der Kategorie in runden Klammern vermerkt.

Die Kategorien der Stilschwächen:

Füllwörter

Hier stehen alle Begriffe, die Sätze unnötig in die Länge ziehen und vom eigentlichen Geschehen ablenken, die den Text also aufblähen.

Alle Wörter in der Füllwortliste, die hinter sich (keine Kategorie) vermerkt haben, fallen in diese Rubrik.

Hierhin gehört auch der typische persönliche (Un)-Geschmack, also Wörter, die man selbst gern zu häufig nutzt und die man als persönliche Schwäche kennt.

Einige Füllwörter seien hier für einen ersten Eindruck wiedergegeben:

bestimmt, irgendwie, irgendwo, irgendwas, irgendwann, ja, mal, nun, manchmal, möglicherweise, sehr, sogar, tatsächlich, unbeschreiblich, vielleicht, wahrscheinlich, wieder, wirklich, wohl, ziemlich.

Dazu haben wir noch etliche weitere Ausdrücke in Stufe [2] aufgenommen, die beim Lesen oft als »schwach« empfunden werden.

Eigene Ergänzungen und Bearbeitungen sind (wie bei allen Kategorien) mit möglich.

Adjektiv / Adverb

Sie sollen nicht gänzlich auf Adjektive und Adverbien verzichten. Es zeigt sich allerdings, dass man beim formulieren gern Ausdrucksstärke durch Anreicherung mit Adjektiven ersetzt. Weniger ist oft mehr.

Häufig gilt, dass ein präziseres Wort die Kombination »Adjektiv + Hauptwort« bzw. »Adverb + schwächeres Verb« treffender ersetzen kann.

Statt »langsam gehen« könnte z.B. »schlendern« treffender sein.

Natürlich sind wieder eigene Ergänzungen oder Streichungen oder Umstufungen im Level (bspw. [1] auf [2]), möglich – entsprechend die » «.

In diese Kategorie werden alle Wörter aufgenommen, die in der Füllwortliste von einem »(Adjektiv)« oder einem »(Adverb)« gefolgt sind (z.B. »schwach (Adjektiv) [1]«).

Schwache Verben (Verbfaulheit)

Die Verwendung von Hilfsverben mag darauf hindeuten, dass hier eine Tätigkeit eher stilistisch unsauber umschrieben wird, als dass ein treffendes Verb gefunden wurde.

Insbesondere ein Konjunktiv mit »würde« lässt sich meist mit einem direkt in den Konjunktiv gesetzten Verb stilistisch feiner bilden.

Es gilt hier allerdings zu beachten, dass die Papyrus Autor Stilanalyse noch keine Grammatikanalyse beinhaltet. Somit werden unter dieser Kategorie auch Zeitformen wie die vollendete Gegenwart oder vollendete Vergangenheit »gefunden«. Wen das stört, der schalte diese Funktion ab.

Phrasen

Hier finden sich viele »leere Worthülsen«, die eigentlich nichts aussagen.

Phrasen mit mehreren Wörtern sind ebenfalls als »Unwort« definierbar, auch mit Satzzeichen.

Zeitwort

Wörter wie »als« sind Anzeiger für Gleichzeitigkeit. Ein Ausdruck von zeitlichen Parallelen ist oft unnötig und wird als Stilschwäche angesehen.

Beispiel:»Während A passierte, geschah auch B.«

Hellsehen / Wertung

Diese Kategorien enthalten teils nur bedingt »schädliche« Begriffe. Es hängt hier stark von der Erzähler-Perspektive ab, ob »hellseherischen« Konstruktionen zulässig sind oder nicht.

Erzähle ich eine Geschichte aus der »ich«-Perspektive, so kenne ich alle Gefühle, weiß, was in mir vorgeht etc. – ich kann also auch darüber schreiben.

Ich weiß allerdings als neutraler Erzähler nicht, was eine andere Person gerade denkt oder fühlt – ich kann bestenfalls Mutmaßungen darüber anstellen.

Logische Fehler fallen einem Leser schnell auf und reißen ihn aus der Geschichte.

Will man sein Buch also aus der neutralen Erzähler-Perspektive schreiben, verbietet sich Hellsehen.

Gleiches gilt für eine Wertung. Ich kann als neutraler Erzähler (oder in der Ich-Perspektive für andere Charaktere) nicht wissen, ob »Eduardo total blöde« ist.

Ich kann dem Leser nur Indizien dafür liefern, z.B. mit der Beschreibung des Gesichtsausdrucks.

Dazu wurden noch »übersteigerte« Begriffe aufgenommen (»sensationell«, »bombastisch«, …), die schnell dazu führen, dass der Leser sich fragt: »Ja, warum denn genau? Das will ich genauer erzählt bekommen!«

In den Bereich der »Behauptungen« wurden etliche Begriffe aufgenommen, die auf den Fehler hindeuten, der Lektoren und Schreibschulen zum Ausruf »Show, don’t tell!« bringt.

Dieser Satz, der auch im Deutschen schon Fachterminus-Charakter hat, ist am ehesten zu übersetzen mit »›Zeigen‹ statt nur ›behaupten‹!«.

Nominalstil

Die Checkbox für die Rubrik »Nominalstil« nutzt für die Überprüfung Begriffe und Ausdrücke, die auf »bürokratischen« und damit schwer lesbaren Text hindeuten.

Sinn ergibt dies vor allem für Verfasser von Handbüchern und anderen Anleitungstexten vor allem in Behörden, Anwaltskanzleien etc., wo die »Zielpersonen« Normalbürger sind, die diese Texte möglichst gut verstehen sollen.

Der Autor muss aber selbst aufmerksam darauf achten, das sog. »Amts-Deutsch« zu vermeiden, das in solchen Texten häufig zu finden ist.

Hier werden besonders häufig Verben substantiviert, wodurch man die Sätze als »gestelzt« und schwerer verständlich empfindet. Dazu lesen sich auch Passiv- und Partizipial-Konstruktionen schwerer. Auch solche Konstrukte sollte man umformulieren.

Als Beispiel seien die letzten beiden Sätze im Nominalstil wiederholt:

Die Aufmerksamkeit des Autors sollte darauf ausgerichtet werden, unter Vermeidung des in solchen Texten häufig zu findenden Nominalstiles zu schreiben. Eine erschwerte Lesbarkeit ergibt sich aus besser umzuformulierenden Passiv- und Partizipial-Kontstruktionen. (→ substantiviert: aufmerksam, vermeiden; → partizipial: finden, umformulieren).

Wie für alle Kategorien üblich finden sich die Einträge für die Kategorie Nominalstil in der Füllwort-Liste.

Die »fillwords.txt« Einträge benötigen nach dem eigentlichen Wort die Kennung »(Nominalstil)«.

Konjunktionen

»Bandwurmsätze« sind nicht leserlich, insbesondere, wenn der Leser sich durch verschachtelte Grammatik kämpfen muss.

Neben der oben einstellbaren gesamten Satzlänge sind auch die »Satzverbinder«, die Konjunktionen, »und«, »wie« und »als« Indikatoren für Sätze, die auch separat stehen könnten.

Sonstiges

Sie können in runden Klammern auch frei gewählte Begriffe hinter Ihren Füllwortliste-Eintrag schreiben.

Dies ist für Fälle gedacht, die Ihnen noch einfallen – zu Ihrer freien Verwendung. Diese Begriffe landen dann alle gemeinsam in dieser Kategorie.

Last updated by Matthias Wenzel on Dezember 13, 2017