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Dieses Thema im Forum "Papyrus Autoren-Club" wurde erstellt von Pharao, 14. September 2017.

  1. Jakob

    Jakob New Member

    Hallo zusammen,

    auch nachdem ich den ganzen Thread gelesen habe, ist mir eines noch schleierhaft. Wenn es nur um eine Autorenwebseite geht, auf der keine gewerblichen Dienste angeboten werden, müsste es doch auch ohne Impressum gehen, oder?
    Natürlich würde das den Inhalt der Seite erheblich einschränken, aber Informationen zum Autor und seinen Veröffentlichungen wären ja schon etwas.
    Wird das hier nicht explizit erwähnt, weil ich mit dieser Einschätzung falsch liege, oder weil es explizit um Autorenwebseiten mit gewerblichen Diensten geht?
     
  2. sebastianM

    sebastianM Active Member

    Hallo Jakob,

    ich bin kein Anwalt, daher ist das hier keine Rechtsauskunft:

    Wenn du Autor bist und damit in irgendwie Geld verdienst, dann ist deine Seite, mit der du dich und/oder dein Werk bewirbst, glaube ich schon, dass man hier Gewerblichkeit hineininterpretieren könnte.

    Und wenn du deine Texte nur kostenlos anbietest (zum Beispiel auf eben dieser Seite), musst du bei deren Veröffentlichung ebenfalls ein Impressum im Text haben.
     
  3. Theophilos

    Theophilos Well-Known Member

    Jetzt hätte ich doch noch eine Frage. Unter welchen Voraussetzungen bin ich ein selbstverlegender Autor? Auch dann, wenn ich ein Buch bei BoD herausgebe, bei dem ich alles selbst gestaltet habe?
    Die erste Version meines ersten Buches habe ich schon 2015 herausgebracht und (vielleicht zum Glück) hat noch niemand bei mir noch niemand nachgefragt wegen eventueller Pflichtexemplare, die wo immer auch abzugeben wären.
     
  4. Jakob

    Jakob New Member

    Hallo sebastianM,

    vielen Dank für Deine Antwort.

    Schon klar, dass das alles nichts rechtsverbindliches ist.

    Ich bin auch kein Jurist, daher ist das was ich hier von mir gebe auch nur laienhafte Interpretation der Gesetzeslage. Ich habe jetzt nochmal einen Blick ins Telemediengesetz geworfen. Die Passus auf die sich der Gedanke bezieht, dass reine Information ohne kostenpflichtige Dienste kein Impressum erfordern sollte sind folgende.

    In "§5 Allgemeine Informationspflichten" steht wenn ich das richtig sehe, welche Informationen man im Impressum einer gewerblichen Webseite angeben muss. Der 1. Abs besagt:
    "(1) Diensteanbieter haben für geschäftsmäßige, in der Regel gegen Entgelt angebotene Telemedien folgende Informationen leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar zu halten:"

    Weiter vorne in "§2 Begriffsbestimmungen" steht in Abs. 5:
    "... die Übermittlung der folgenden Angaben stellt als solche keine Form der kommerziellen Kommunikation dar:
    a)
    Angaben, die unmittelbaren Zugang zur Tätigkeit des Unternehmens oder der Organisation oder Person ermöglichen, wie insbesondere ein Domain-Name oder eine Adresse der elektronischen Post,
    b)
    Angaben in Bezug auf Waren und Dienstleistungen oder das Erscheinungsbild eines Unternehmens, einer Organisation oder Person, die unabhängig und insbesondere ohne finanzielle Gegenleistung gemacht werden."
    Zusammengenommen, würde ich das so lesen, dass man über Waren (also Bücher) und das Unternehmen (also sich selbst als Autor) Informationen bereitstellen darf, ohne ein Impressum. Schon nicht mehr darunter fallen würde möglicherweise bereits ein Link zu einem Buch in einem externen Shop, z.B. eines Distributors.

    Zum Impressum im Buch gelten ja andere Regeln, wenn ich das richtig verstanden habe. Da darf doch auch ein Pseudonym stehen, dachte ich.
     
  5. Jakob

    Jakob New Member

    Hallo Theophilos,

    wenn Du ohne Verlag publizierst bist Du selbstverlegender Autor, wage ich zu behaupten. Allerdings hat sich vielleicht BoD darum gekümmert die Pflichtexemplare abzuliefern.
     
  6. Waba

    Waba Well-Known Member

    Gemäss Angaben in den FAQ von BoD werden die Pflichtexemplare von ihnen abgegeben.
    Hier der Text von dort:
    Zu Beachten: 'Bei allen Titeln mit BoD-ISBN'
     
    Theophilos gefällt das.
  7. Theophilos

    Theophilos Well-Known Member

    Danke für den Hinweis, Waba. Hm, hätte ich wissen sollen, wenn ich mir die FAQ insgesamt durchgelesen hätte.:confused::D
     
  8. Autor_am_Anfang

    Autor_am_Anfang New Member

    Danke Ulli für die NICHT verbindliche Rechtsberatung.
    Vielleicht kannst Du mir diesbezüglich noch ein Stück weiterhelfen.
    Ich möchte einen Blog unter Pseudonym gründen, bei dem mein Name nicht auffindbar ist und es dennoch rechtssicher abläuft.

    Wenn ich aus Deiner Beschreibung die richtige Vorgehensweise ableite, würden die Schritte wie folgt aussehen:
    • keine .de - Domain verwenden --> Wie sieht es statt der vorgeschlagenen .com-Adresse mit einer anderen Endung aus (.eu oder .info)?
    • Impressum-Service nutzen --> Hat hier jemand Empfehlungen, nachdem der von Papyrus angebotene Service derzeit brach liegt? Ich finde derzeit nur Verlinkungen zu solchen Services, die brach liegen
    • und dann kann es losgehen mit dem Schreiben
    Mich beschäftigt die Frage brennend. Auch weil ich derzeit viele Leute kennenlerne, die gerne ihre Geschichte (anonym) veröffentlichen möchten. Sie würden für Ihre Veröffentlichung auch rechtlich einstehen, möchten aber nicht problemlos im Netz damit in Verbindung gebracht werden.
     
  9. Ben Vart

    Ben Vart Guest

    Für die Autoren am Anfang mag das im Ausweis eingetragene Pseudonym - zu dem ja beispielsweise auch Ordensnamen gezählt werden - keinen höheren Sinn machen. Andererseits gibt es natürlich Künstler, die kein Schwein mehr unter ihrem Taufnamen kennt. Die dürfen bei eingetragenem Künstlernamen unter diesem auch rechtsverbindliche Verträge abschließen.
    Anderes Beispiel:
    Günter Wallraff schlich sich vor Jahrzehnten mal unter seinem Pseudonym Hans Esser in die Hannover-Redaktion der Bild-Zeitung ein, um undercover zu berichten. Hatte den großen Vorteil, dass er im Anschluss nicht belangt werden konnte, er habe einen falschen Namen benutzt.
     
  10. Sarina Grace

    Sarina Grace Member

    Hallo alle,

    Sarina Grace ist auch ein Pseudonym und ich habe meine Website mit jimdo erstellt. Da steht dann weder name.de noch name.com oder sonstiges dahinter.
    An einem Impressum-Service bin ich noch dran, habe heute Abend einen Termin bei einem befreundeten Rechtsanwalt dazu. Außerdem habe ich eine Facebook Seite und werde, sobald das mit dem Impressum durch ist, eine Facebook Autorenseite erstellen.

    Liebe Grüße
    Sarina
     
  11. Füllfederhalter

    Füllfederhalter New Member

    Es gibt für Domain-Besitzer zwei Orte, an denen man eigentlich mit der eigenen Adresse auftaucht: 1. Das Impressum. Das ist Pflicht, sobald man öffentlich Inhalte publiziert. 2. Die Auskunftsseite (Whois) der Domain-Registrare (z.B. denic.de für de-Domains).

    Das Impressum lässt sich z.B. über den Papyrus-Autorenclub abdecken. Die Whois-Abfragen lassen sich über manche Anbieter von Domains anonymisieren. 1&1 bietet z.B. anonyme Domains an, bei denen 1&1 als Ansprechpartner in der Whois-Datenbank eingetragen wird. Schreibt jemand dann an diese 1&1-Adresse, leitet 1&1 dann die Anfrage an Deine tatsächliche Adresse weiter. Funktioniert also ähnlich wie beim Papyrus Autoren Club.

    Bezüglich der Whois-Abfragen ändert sich im kommenden Jahr jedoch einiges, womit sich das Thema vielleicht eh erledigt: https://www.heise.de/newsticker/mel...ten-Das-offene-Whois-vor-dem-Aus-3916669.html