Erfahrungen beim Erlernen des 10-Finger-Systems

Dieses Thema im Forum "Plauderecke" wurde erstellt von Berti, 28. Februar 2019.

  1. Max

    Max Well-Known Member

    Das ist interessant, aber ich verstehe dennoch nicht, welchen Sinn es macht, ein neues Tastatur-Layout zu erlenern, wo ich zudem die deutschen Umlaute und das ß nicht finde. Erklär doch mal bitte, was das bringt, außer einem geheimnisvollen Buchstabensalat, wenn Du drauf tippst, aber das andere Layout eingibst. Schreibt sich dieses Keyboard-Layout besser?
     
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  2. Turtle

    Turtle Active Member

    Es gibt eine deutsche Variante von DVORAK, da sind die deutschen Sonderzeichen mit drauf. Vor ein paar Jahren hat eine Firma eine solche Tastatur vertrieben (ich habe mir damals eine gekauft); aber inzwischen gibt es diese Firma nicht mehr.

    Dvorak ist viel einfacher zu lernen als QWERTZ. 10-Finger-lernen auf QWERTZ ist Quälerei.

    Bei Dvorak ist die ganze Fingerakrobatik stark reduziert. Ich tippe viel lieber damit und es geht gefühlt deutlich leichter mit weniger Herumgehüpfe. Das Tippen ist deutlich ruhiger. QWERTZ ist wie: Ich muss dringend aufs Klo, aber bevor ich da hinkomme, muss ich zuerst einmal um den Block rennen.

    Und in der Tat ist auch die Belastung der Fingergelenke deutlich geringer - und zwar spürbar. Ich merke das immer, wenn ich mal ein paar Tage alles auf QWERTZ tippen muss.

    Der moderne Mensch tipp wie viele Zeichen im Laufe seines Lebens? Wohl hunderte Millionen. Bei großen Abständen zwischen den Tasten machen die Fingergelenke große Bewegungen. Große Bewegungen bedeutet: viel Verschleiß am Knorpel. Der Knorpel regeneriert sich aber nicht mehr; Schäden sind hier immer dauerhaft. Wenn diese Bewegungen kleiner werden, wird auch der Verschleiß geringer. Klar; in jungen Jahren merkt man davon noch nichts; aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es Ü60 einen Unterschied macht, ob ein Vieltipper zeitlebens auf QWERTZ oder auf einem anderen Layout getippt hat.

    Wer Dvorak nicht mag - es gibt im deutschsprachigen Raum genügend Alternativen. Z.B. Neo, ADNW u.v.m.

    Ich hatte mich nur deshalb für Dvorak entschieden, weil es hier die passende Hardware gab. Sollte die sich irgendwann man verabschieden, sattele ich vielleicht auf ADNW um. Mal schauen.
     
  3. Ulli

    Ulli Administrator Mitarbeiter

    Das Problem ist "nur", dass man gegen den sich den Göttern sei Dank durchgesetzt habenden Standard wendet und damit mit z.B. jedem Laptop nicht klarkommt (sofern man nicht eine extra Tastatur mitschleppt).

    In meinen Augen ergibt die Nutzung eines abweichenden Tastaturlayouts keinen Sinn und ist vor allem nicht im Sinne des Threads, denke ich.

    Und ja, ich weiß, dass die QWERTZ Tastatur extra wenig sinnvolle Kombinationen bietet, damit sich die "Finger" bei mechanischen Schreibmaschinen nicht verhaken - aber für ein schnelles Tippen spielt das trotzdem kaum eine Rolle, wenn man weiß, wo die Tasten liegen - das ist das Hauptproblem beim Blind-Tippen, und das kann man leicht einschleifen und verlernt es nie wieder, wie Fahrrad fahren.
     
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  4. Knut

    Knut Member

    Ich habe ein ganz anderes Problem. Das Programm ist gut, keine Frage. Das 10-Finger-System zu lernen sicher auch.

    Dummerweise muß ich im Tagesgeschäft viel tippen, was ich mit - gefühlt - fünf Fingern tue. Ich setze mich also hin, übe abends das 10-Finger-System, kann es natürlich am nächsten Tage noch nicht - und falle in das alte Muster zurück. Eine Herausforderung für den Urlaub! Allerdings möchte ich im Urlaub etwas anderes tun.
     
  5. Ulli

    Ulli Administrator Mitarbeiter

    Nee, dann verliert man. Man muss das eine harte Zeit unabdingbar durchziehen und nie wieder anders tippen, sonst klappt's nicht. Dann aber sogar blind, und es ist ein Segen ...
     
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  6. Abifiz

    Abifiz Active Member

    @Turtle

    Hüstel, hüstel... Ich möchte wirklich mich nicht spitz äußern... aber... aber...

    Könnte es nicht sein, daß es hier pustekuchen darauf ankommt, was gerade für ein Symbölchen in was für einer Gestalt auf irgendeiner Taste "x" stolziert, sondern darauf,
    vu in drai tayvls nemen
    jene vermaledeite Taste ihr Unwesen treibt??!!

    Denn, je nachdem wo sie hockt, hat man dann eine jeweils andere Tastatur, ein anderes Layout!!

    Und ja, ja... Unterstützung hin, Unterstützung her: Ist in aller Wahrheit ein Beschwer argen Kalibers von einem rein "gedachten" Layout zum anderen unfroh zu hüpfen!!


    "So", nämlich, arbeitet vielleicht n' elektronisches Känguruh, nicht jedoch menschliches Hirn!! (Ikh ken lid fun zingen!! Ständig muß ich hüpfen von Deutsch zu Jiddisch [schreibt man nämlich - eigentlich, das heißt: bei ernsthafter Literatur - hebräisch!] - von Portugiesisch zu Französisch, Spanisch zu Alt-Griechisch, etc. etc. etc. - und so weiter und so fort - pipapo: Ein Vergnügen sondergleichen...)

    Und vor allem: Gaaar kein Beschwer, nö, nö, geht 'rein wie Himbeersirup! (Ich hasse ja Himbeersirup!)

    Halten zu gnade, aber wo kommt dieser Drang her zur ;) "Ablängerung", wenn es auch klar und schlicht geradeaus gehen kann? Verstehe ich nicht...
     
    Zuletzt bearbeitet: 3. Juli 2019
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  7. Grudo

    Grudo Active Member

    Ich dreh schon durch, wenn die Tastenbelegung wieder mal (wegen einer versehentlich gedrückten Tastenkombination, die ich bis heute nicht entlarven konnte) von QWERTZ auf QWERTY umschnappt.
    Und das als Anderthalbfingertipper.
     
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  8. Max

    Max Well-Known Member

    Vielen Dank für die Information und Deine Erfahrungen mit dem anderen Keyboard-Layout. Vielleicht probiere ich es einfach mal aus. Ich wusste nicht, dass es diese Alternativen gibt. Dennoch: Nach 40 Jahren Tippen im 10-Fingersystem auf QWERTZ, fühle ich mich dabei keineswegs akrobatisch überfordert. Wenn ich mich recht erinnere, wurde auch dieses Layout nach praktischen Gesichtspunkten entwickelt. Zeige- und Mittelfinger bekommen die am meisten bentzten Buchstaben.
    Zudem muss ich Ulli rechtgeben:
    Also - ich werde vermutlich beim Gewohnten bleiben.
     
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  9. Wortgestrick

    Wortgestrick Member

    Ich wollte auch gerade schreiben: Ich tippe seit der 7. Klasse, und das ist immerhin fast 40 Jahre her, blind zunächst mit 10, seit einer OP nur noch mit 9 Fingern, auf QWERTZ und habe keinerlei Verschleißerscheinungen zu vermelden. Und das, obwohl ich auch noch viel stricke und häkle, also auch diesbezüglich Handakrobatik betreibe. Blind und sehr schnell schreiben zu können ist ein Segen, wenn ich mir da manchmal die Angestellten in Behörden ansehe, die jeden Buchstaben mühsam mit einem Finger suchen :-D.

    So zurückerinnernd an die Zeit, als ich Verlagskauffrau gelernt habe, musste damals ja auch noch alles fast fehlerfrei sein. Auch das ist mir geblieben und spart viel Zeit bei der Arbeit. Umlernen auf ein anderes System: Sicher nicht....
     
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  10. Nachteule

    Nachteule Member

    Hallo zusammen,

    also ich tippe inzwischen problemlos bei normalen Unterhaltungen fehlerfrei und blind mit (auf meiner gewohnten Tastatur - auf fremden Tastaturen brauche ich ca. 5 minuten Eingewöhnungszeit, vor allem bei Computern von HP, die oft eine verkürzte Enter-Taste haben ;-)). Allerdings hat mir dabei kein Programm geholfen - ich hab's mit diesen Programmen wirklich versucht und bin fast waaaaaaahnsinnig geworden vor lauter ASDF - JKLÖ.

    So richtig schnell tippen kann ich seit - nicht lachen - einem Katzen-Chat im IRC (daaamaaaals, von vielen, vielen Monden gab es eine Chat-Plattform, gefüllt meist mit Nerds (also echte Nerds, nicht die 2019er Version mit Vollbart und Hornbrille, die denken man wird ein Nerd indem man sich einen Apple kauft) und Unileuten. Da gab es einen Hobby-Channel für Katzenfreunde (#Katzen hieß der, damals noch "Gatter Katzen" - hashtags wurden erst später erfunden). Da ging es oft heiß her und man musste schnell sein, sonst kam man nicht zu Wort.

    Warum ich das erzähle? Einfach, weil ich die Geschichte so herrlich abstrus finde zum Tippen lernen und weil es auch noch super funktioniert hat... Ganz ohne Quälerei und mit einer Menge Spaß *lach

    Liebe Grüße,
    die Nachteule
     
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  11. Theophilos

    Theophilos Well-Known Member

    Ich habe mal in Wikipedia nachgesehen unter dem Stichwort Zehnfingersystem. Der interessanteste Teil des Artikels ist, für mich jedenfalls, unter den Überschriften "Grundhaltung für deutsche Tastatur" und "Bedienung der Tasten" zu finden.
    Ich hatte seinerzeit, als ich schneller als mit dem 2-Finger-Adler-Such-System oder mit vier Fingern schreiben können wollte, mich an den beiden Tasten F und J orientiert, wie im Artikel beschrieben. Dann habe ich mir die jeweiligen umliegenden Tasten für die einzelnen Finger angesehen und ausgesucht, bzw. ausprobiert, welche Taste mit welchem Finger am besten zu erreichen ist. Meine damalige Tastenzuweisung deckt sich bis auf wenige Tasten mit der Abbildung im Wikipediaartikel, https://de.wikipedia.org/wiki/Zehnfingersystem#Grundhaltung_für_deutsche_Tastatur.
    Und dann habe ich einfach geübt, erst langsam, dann immer schneller. Ich tippe jetzt seit ca. 40 Jahren so, zwar nicht so schnell, wie manch einer oben angegeben hat, aber relativ fehlerfrei. Selbst bei der Unterhaltung bei Sitzungen, in denen ich Protokoll schreiben muss, geht es stellenweise blind.
    Jedenfalls habe ich nicht das Bedürfnis, rasend schnell fehlerfrei über die Tastatur zu jagen, obwohl ich es manchmal schon möchte. Hauptsache ist für mich, dass ich einigermaßen fehlerfrei bleibe, was für mich wichtiger ist, als die Schnelligkeit. Die Schnelligkeit ist bei mir auch tagesformabhängig. Mal mehr, mal weniger.:rolleyes:
     
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  12. Ulli

    Ulli Administrator Mitarbeiter

    Tjo ... Also ich kann nur unbedingt empfehlen, 10-Finger blind Tippen zu lernen. Was ich für enorme Zeitersparnis dadurch hatte, über meine Lebenszeit, und auch vor allem den Komfort, meine Gedanken quasi ohne Ablenkung direkt auf den Bildschirm zu bekommen, ist immens.
     
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  13. Yoro

    Yoro Well-Known Member

    sehe ich genauso, einmal die Zähne zusammenbeißen und das durchziehen. Dauert je nach Begabung und Fleiß ein paar Wochen bis Monate, aber wenn mans dann mal kann, ist es eine unbezahlbare und immens zeit- und nervensparende Arbeitserleichterung.
    Gehört zu den Dingen, von denen man echt ein Leben lang was von hat und die man deswegen imho möglichst früh und unbedingt lernen sollte.
     
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  14. P.Pepper

    P.Pepper Member

    Wer schnell schreiben will sollte auch eine Tastatur ohne Ghosting verwenden - die müssen nicht mal Teuer sein (Gaming Tastatur)
    danach waren auch viele Fehler nicht mehr da die mit normalen Tastaturen immer wieder passierten.
    Ich habe auch vor Jahren 10 Fingersystem gelernt bin aber nun mit meinen 6 schneller als jemals mit den 10 :)