Die Einsamkeit des Schreibens

Dieses Thema im Forum "Plauderecke" wurde erstellt von storydiver, 31. Januar 2019.

  1. Adrian

    Adrian New Member

    Also ich sag es mal mit Mario Hené ...

    ;)
     
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  2. storydiver

    storydiver Guest

    Wow @Adrian, herzlichen Dank für dieses Geschenk ans Forum! „Einsamkeit ist der Preis meiner Freiheit“. Eine wunderbare querverbindende Antwort auf die Frage, die ich vielleicht jetzt erweitern sollte um „Die Freinsamkeit des Schreibens“. Ich kam mit Mario Héne vor gut 30 Jahren zum ersten Mal in Kontakt, und jetzt kommen mit dieser Stimme viele schöne Erinnerungen hoch.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 1. Februar 2019
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  3. Sarahkka

    Sarahkka Active Member

    Meiner Meinung nach ist Einsamkeit nicht zu verwechseln mit "in stiller Heimarbeit eine Aufgabe (Text schreiben) erledigen".

    Dachte, "Roman schreiben" sei mehr, als eine eremitische Tastenorgie eines regelmäßig männlichen, gern unverstandenen Genies in den Mittfünfzigern, das den Abgabetermin verschlampt, weil es sich wieder einmal im Wahn selbstverliebt einen halben Finger abgeschnitten hat. Die fehlenden 'a's darf die Lektorin im Akkord selbstverantwortlich nachtragen.

    Wirklich guter Text kann selbstverständlich nur noch in Cafes geschrieben werden. Oder in Zügen. Wer möchte, kann auch dort einsam sein, allein ist man jedoch selten.

    Dass Lokführer, Nachtwächter und Fernfahrer aufgrund ihres Berufs zwingend einsam sein müssen, halte ich für Romantisierung und Klischee.
    Während ihrer Arbeit kommunizieren beide mit einer Leitstelle, lesen Zeitung, spielen auf Smartphone, trinken Bier, essen zu viel und kommen zu spät. Alles in guter Gesellschaft ihrer Berufskollegen. Ausnahme: Der Leuchtturmwärter kommt nie zu spät.
     
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  4. Adrian

    Adrian New Member

    Nö! Ist nicht mehr. Ist genau das. :whistle:
    Nur ... das mit "sich im Wahn selbstverliebt einen halben Finger abschneiden ..." - nee Du, niemand schneidet sich selbstverliebt 'nen halben Finger ab. Also, im Wahn ... ja - selbstverliebt ... nein.

    ... oder beim Joggen. :unsure:
     
  5. NinaW

    NinaW Well-Known Member

    Das klingt nach einem Henne-Ei-Problem. Zieht man sich nicht zurück, wird man nichts aufschreiben. Man muss ja zumindest die Kommunikation mit der Umgebung einstellen, also einsam sein. Schreibt man den ganzen Tag, kommuniziert man folglich nicht, wird also einsam. Letztendlich bedeutet das Schreiben wohl zumindest einen Rückzug in sich selbst.
     
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  6. storydiver

    storydiver Guest

    Mensch, das ist irgendwie an mir vorbeigerutscht. Deswegen klappts beim Schreiben am Schreib-Tisch nicht mehr ;)
     
  7. Sarahkka

    Sarahkka Active Member

    Na ja, dachte, ich käme damit durch... Wahn ist irrational; selbstverliebt was abschneiden ebenso ... passt doch ... aber ok... hast ja Recht.
     
  8. storydiver

    storydiver Guest

    Ich habe die Essenz von @Raya Mann s Beitrag nicht so verstanden, wie wenn es ihr um die Romantisierung dieser Berufe ging. Die Fragen die Raya hier eingestellt hat: "Ist Einsamkeit die Voraussetzung für das Schreiben oder ist sie die Folge des Schreibens?
    Ist Einsamkeit der Stoff, aus dem Bücher entstehen? Ist Einsamkeit der Preis, den wir für die Schriftstellerei bezahlen? - finde ich alles andere als klischeehaft, im Gegenteil, sie sind sehr angemessen und führen zum Kern der Fragestellung
     
  9. storydiver

    storydiver Guest

    Genau so war die Frage gemeint.
     
  10. storydiver

    storydiver Guest

    Du meinst jetzt aber nicht ein Mario-Hene-Ei-Problem (s. @Adrian ).
    Rückzug in sich selbst ist ein interessanter Gedanke. Denn dann wäre die Veröffentlichung des Geschriebenen ein nachträglicher Bericht aus dem Rück-Zug nach sich selbst, gefällt mir! Und stärkt @Sarahkka s These, dass gute Texte nur noch in Cafés und Zügen geschrieben werden können :p
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 1. Februar 2019
  11. Alex Sassland

    Alex Sassland Well-Known Member

    Ja, klar. Und mit dem Kinken in Hals und Rücken, weil der Café-Tisch viel zu klein ist und mit zig verrutschten Buchstaben, weil der Zug halt schwankt und rattert, vielleicht noch auf dem Smartphone oder Tablet...
    Da schreibe ich viel lieber an meinem Schreibtisch auf einer ordentlichen Tastatur mit einem oder mehreren großen Bildschirmen und auf einem bequemen Stuhl ;) (Ich weiß, ich bin prosaisch)

    Und anscheinend verstehe ich nichts von Einsamkeit, denn auch wenn ich ganz versunken, zurückgezogen, konzentriert, allein für mich hinschreibe, fühle ich mich nie einsam.
     
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  12. Sarahkka

    Sarahkka Active Member

    Wenn überhaupt...

    [HOLZHAMMER mohshärte="11"]
    Bin ja lernfähig: In Zukunft (also nicht in Cafe oder Waggon) werde ich ironisch gemeinte Sätze mit dem Holzhammer in die Tastatur prägen.
    [/HOLZHAMMER]

    Ansonsten bin ich natürlich ganz bei @Alex Sassland
     
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  13. Yoro

    Yoro Active Member

    Wichtig finde ich auch, dass Einsamkeit und Alleinsein zwei völlig verschiedene Dinge sind.

    Zum Schreiben bin ich am liebsten alleine, die Gesellschaft anderer Menschen lenkt mich sonst ab. Das Gefühl dabei ist aber alles andere als einsam!
     
  14. mathies

    mathies Well-Known Member

    Ich bin dabei. Ein Thread ist gut. Ich bin jedoch nicht im Autorenclub. Im Lesezirkel wäre es vielleicht auch eher angebracht. Oder ein extra Kapitel im Forum für solche Arbeiten. Wir bräuchten mehrere Threads. Zum Diskutieren, eine Art Denkbrett für das gemeinsame Ideen finden wäre genial, ein Thread nur für Entwürfe. Im Grunde eine Unterkategorie für das Projekt, worin sich verschiedene Threads erstellen lassen können. Sonst verliert man den Überblick.
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. Februar 2019
  15. mathies

    mathies Well-Known Member

    Betrachtet man ein Projekt mit unterschiedlichen Schreibstilen in seinen ersten Entwürfen, mag das sicherlich zutreffen. Die Rollen des bad-boys und der romantisch veranlagten Figur sind eine hervorragende Konstellation. Wichtig ist, was zwischen den Einbänden steht. Die letzte Überarbeitung lässt keine Rückschlüsse unterschiedlicher Schreibstile erkennen. Es ist wie aus einer Feder.
     
  16. storydiver

    storydiver Guest

    Dank an alle für diese vielfältigen Beiträge. Mir zeigt es, dass es so oder so mehr oder weniger ein Thema ist und werde erstmal nicht zum Doc gehen :sneaky:

    Ich bin auch nicht im Autorenclub und überhaupt ganz neu hier. Insofern fände ich es gut, wenn uns jemand, der auf dieser Plattform mehr zuhause ist als ich, uns organisatorisch und vielleicht auch anmoderierend unter die Arme greift, das Experiment anzuleiern
     
  17. mathies

    mathies Well-Known Member

    Zuletzt bearbeitet: 2. Februar 2019
  18. Lusmore

    Lusmore Well-Known Member

    me too
     
  19. mathies

    mathies Well-Known Member

  20. monaL

    monaL Active Member

    Na, ihr seid ja kurzentschlossen! Dann wünsche ich euch viel Spaß und viel Erfolg bei eurem Projekt. Bin sehr gepannt!
    Selber bin ich beim Schreiben leider nicht Team-fähig, fürchte ich :)