Denkt an Douglas Adams : DON`T PANIC

Dieses Thema im Forum "Plauderecke" wurde erstellt von Lusmore, 13. März 2020.

  1. narratöör

    narratöör Well-Known Member

    Liebe Tinteteufelin, ich weiß ja dass Du ein toughes Mädchen bist! Vielen Dank für diesen mal echten Insiderbericht. Im Netz kursiert soviel Scheiss, die Verschwörungstheorien nehmen kein Ende und es nimmt noch seltsamere Formen an als bisher.
    Für mich ist nur eins ziemlich sicher: Die Welt wird nach Corona nicht mehr die gleiche sein. Vielleicht besinnt man sich ja mal auf das, was wirklich wichtig ist und nicht nur auf Wohnwand und Nierensteine. Love and Peace! Es ist alles schon da, wir müssen uns nur daran bedienen.
    Es macht wohl wenig Sinn, hier im Forum politisch zu werden, aber es fällt mir nicht ganz leicht.
     
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  2. monaL

    monaL Active Member

    @Tintenteufelin: Alles Gute für euch, bleibt geduldig. Toll, was ihr für liebe Freunde habt :)
     
  3. Zauberfrau

    Zauberfrau Well-Known Member

    @Tintenteufelin : Gute Besserung an euch (und dem Anverwandten im Sauerstoffzelt) auch von mir!

    Und ich danke dir sehr für deinen Bericht. Es ist tatsächlich so, dass man vor lauter Mediengebrüll die eigene Vernunft nicht mehr hört. Ich jedenfalls habe sehr große Angst vor der Krankheit, da ich vor 11 Jahren eine sehr schwere Lungenentzündung hatte, die mich 4 Wochen fiebrig ins Bett schleuderte. Das war so krass, dass ich nach 3 Wochen wirklich dachte, dass ich das nicht überlebe, so schwach fühlte ich mich trotz Medikamente und Arztbesuchen. Ich konnte gerade noch 20 m gehen, dann war ich fertig wie nach einem Maraton-Lauf.
    Ehrlich gesagt bin ich nicht auf eine Wiederholung scharf. Das ist, glaube ich, der einzige Grund, warum ich mich so fürchte.
    Dein Bericht macht mir Mut, dass Corona vielleicht doch nicht so schlimm ist wie dieses Biest, was ich vor 11 Jahren aufgeschnappt hatte.

    Bleibt alle gesund und genießt die Auszeit, falls ihr dazu verdonnert werdet :)

    Liebe Grüße,
    Vroni
     
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  4. Greifenklau

    Greifenklau Well-Known Member

    Wir leben im 21. Jahrhundert und nicht mehr in Höhlen (falls wir das jemals taten).
    Wir haben vorwiegend Demokratien, Denk- und Versammlungsfreiheiten.
    Wir haben viele Freiheiten und Verständnis für andere.
    Wir haben Zivilisation.
    Wir respektieren unsere Nächsten.
    Wir leben in Frieden mit unserem Nachbarn.

    Noch!
    Wenn es schlimmer und schlimmer werden sollte, werden wir erschreckt feststellen:
    Das waren alles Mäntelchen, die den Lupus als Schäflein zu verkleiden halfen.
    Homo homini lupus - (Originaltext: lupus est homo homini, non homo, quom qualis sit non novit)

    Der zurückliegende Balkankrieg belegt dies sehr deutlich: Gestern noch nette Nachbarn, heute bis auf das Blut verfeindet.

    Ein Mäntelchen reicht eben nicht; eine Gesinnungsänderung ist vonnöten. Diese beginnt aber im Herzen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. März 2020
  5. narratöör

    narratöör Well-Known Member

    Ab-so-lut!
    Ich kann Greifenklau nur zustimmen, es muss ein Umdenken stattfinden.
    Aber.
    "Wenn wir eins aus den letzten 2000 Jahren gelernt haben, dann dass wir nichts aus den letzten 2000 Jahren gelernt haben."
    Ist leider nicht von mir. Was soll denn noch passieren? In der Ukraine bewerfen sie die Busse der Heimkehrer aus China mit Steinen, in Neuseeland kriegen sich ganz normale Hausfrauen beim Streit um das letzte Klopapier ernsthaft in die Plünnen. Und es wird immer Idioten geben, die während eines Ausnahmezustandes schnell mal die Scheiben bei Saturn einschmeissen und mit einem Flachbildfernseher abhauen.
    Rockefeller sagte einmal: "Wenn das Blut in den Strassen steht, kaufe soviel Du kannst!"
    Dass die Menschen in Italien und Österreich aus den Fenstern singen, find ich Hammer. Hoffentlich hält das deutlich länger, als die Euphorie nach der Fußballweltmeisterschaft. Toleranz. Ich kann diese Erbsenzählerei kaum noch ertragen. Und was uns alle worldwide vereinen sollte, ist die Sorge um unsere Kinder und Enkel.
    Greta war ein Anfang, aber den Menschen muss wohl erst so richtig der A...h in Flammen stehen. Die Sterne stehen ausgesprochen gut für eine Veränderung. Das wird weh tun, vielleicht sonne Art Entbindungsschmerz.
    Trotzdem immer voller Hoffnung und selber machen, selber machen, selber machen. Bastabum.
     
  6. narratöör

    narratöör Well-Known Member

    Liebe Zauberfrau, meine beste Ehefrau von allen hat vor ein paar Jahren einen Keuchhusten verschleppt, der sich dann zur Lungenentzündung auswuchs. Falsch diagnostiziert und falsch behandelt. Wir müssen einfach mal schauen und uns vernünftig verhalten, um das Risiko so klein wie möglich zu halten.
    Ich muss korrigieren: Das war wohl Nathan Rothschild. Spielt für mich aber kaum eine Rolle, waren ja beides Wölfe.
     
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  7. narratöör

    narratöör Well-Known Member

    Neueste Meldungen aus der Landeshauptstadt Kiel:
    Ab Montag wird allen Gästen - u. A. - auf den Friesischen Inseln nahegelegt, nach Hause zu fahren. Sylt, Amrum, Föhr etc. werden für Touris gesperrt. Es werden nur noch Menschen über den Hindenburgdamm transportiert, die auf Sylt arbeiten. Da man in Hamburg bereits alle Geschäfte geschlossen hat, die nichts mit Medikamten oder Lebensmittel zu tun haben, wird das hier - wie überall in Good Old Germany - wohl auch bald der Fall sein. Gerade noch mit meiner Frau darüber gesprochen - zack - bekommen wir eine mail von einer Freundin.
    Es geht jetzt Knall auf Fall.
     
  8. Yoro

    Yoro Well-Known Member

    Liebe Tintenteufelin, ich danke auch für den Erfahrungsbericht aus erster Hand, euch allen gute Besserung und alles Gute!

    Bleibt alle gesund und versucht, das Beste draus zu machen.
    Angst und Panik ist mit das Schlimmste, was man sich in so einer Situation antun kann, das greift dann sehr gerne und sehr schnell um sich und entwickelt Eigendynamik - die ganzen Hamsterkäufe sind nur ein Beispiel dafür.
     
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  9. Alex Sassland

    Alex Sassland Well-Known Member

    Das ist die sehr pessimistische Sicht von Thomas Hobbes (1588-1679), der meinte, um den bösen, egoistischen, durchtriebenen Menschen zu bändigen, bedürfe es eines "aufgeklärt absolutistischen Staates".
    Sein Gegenspieler, einige Jahre später: Jean-Jaques Rousseau (1712-1778): Der Mensch ist von Natur aus gut, wird aber von der Zivilisation korrumpiert.
    Ich halte es auch eher mit Rutger Bregman (s. Interview im Focus 12/2020), der eher der Meinung ist, dass die ganzen negativen Narrative, wie er sie nennt (z.B. "Der Herr der Fliegen", William Golding), nicht das Wesen des Menschen wiedergeben. Zitat: "Wenn die Einschläge näherkommen, neigt der Mensch zu großer Menschlichkeit und Altruismus."

    @Tintenteufelin : vielen Dank für Deinen Bericht und alles Gute für Euch!
     
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  10. mathies

    mathies Well-Known Member

    In meiner Region nahe Heidelberg sind in allen Supermärkten die Regale für Mehl, Nudeln, Konserven, Toilettenpapier und Seife seit Tagen leer.
    Die Regale für Chips, Salzstangen und Bier sind voll.

    Ich habe nun über einen Händler 4 Pakete mit jeweils 12 Packungen Toilettenpapier geordert. Nicht weil ich mehr haben muss, als mein Nachbar, sondern weil bei mir in der Straße ältere Menschen leben, die mit dieser Situation völlig überfordert nicht in der Lage sind, so kurzfristig für einen Grundbedarf zu sorgen.

    @Tintenteufelin Ich wünsche Euch gute Genesung.
     
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  11. Zauberfrau

    Zauberfrau Well-Known Member

    Das finde ich total super! Ich denke auch, dass wir (die noch nicht ganz so alten... hüstel, bin ja auch schon 50) vielleicht auch ältere Leute in der Nachbarschaft fragen sollten, ob wir ihnen was mitbringen sollen, wenn wir einkaufen gehen.
    Bei meinen Eltern habe ich das schon gemacht. Aber meine Mutter (79) will lieber selbst noch gehen, hat mir jedoch versprochen, immer Einmalhandschuhe und darüber ein paar Winterhandschuhe zu tragen, damit sie die Griffe der Einkaufswagen nicht anfassen muss. Sie weiß, dass sie mich fragen kann, wenn sie sich nicht mehr sicher fühlt. Und sie weiß auch, dass ich ihr gerne was vor die Tür stelle, wenn sie was bei mir bestellt. Von Angesicht zu Angesicht will ich meine Eltern momentan nicht kontaktieren (wir telefonieren aber täglich). Mein Sohn war eine Woche in Berlin und ist mit dem ICE quer durch D gefahren. Ich hoffe, dass alles glimpflich abgelaufen ist. Aber man weiß ja nicht, was man bei so einer Reise nach Hause mitbringt, und bin lieber mal vorsichtig.

    Bleibt alle gesund!

    LG; Vroni
     
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  12. Pferdefrau

    Pferdefrau Well-Known Member

    Hallo liebe Papyrianer,
    ich danke euch allen für eure Infos und Meinungen zu diesem Thema.

    Wir waren über das Wochenende bei Freunden in der Nähe von Köln eingeladen. Wir haben mit unseren Freunden telefoniert, ob wir uns überhaupt treffen sollen, und haben uns entschieden doch zu fahren. Wer weiß, wie lande es überhaupt noch möglich ist jemanden zu besuchen. Am Samstag sind wir durch die Stadt gelaufen. Da war alles wie immer. Und die Eis-Cafés im Außenbereich waren voll.

    Mein Mann und ich gehen seit Jahren min. einmal in der Woche in die Sauna und waren in den letzten Jahren von schweren Erkältungen verschont. Keine Ahnung, ob Sauna gegen Corona hilft, aber wir hoffen es mal.

    Liebe Grüße und bleibt alle gesund! Wie @Lusmore schon sagte: Don´t panic and take care!
     
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  13. narratöör

    narratöör Well-Known Member

    Es ist erstaunlich, was die "Corona-Krise" für Auswirkungen auf die Menschen so hat. Und da tun sich echt Abgründe auf.
    Am Wochenende war hier soviel los wie sonst zu Ostern, Tausende pilgerten mit Sack und Pack auf die Insel. Es dürfen zur Zeit nur Insulaner, bzw. die Menschen hier sein, die ihren ersten Wohnsitz auf Sylt haben. Ich zum Beispiel. Kaum jemand von diesen Touristen hat vor, das nächste evtl. halbe Jahr hier zu verbringen. Seit Sonntag wurden die Touristen auf Sylt gebeten, die Insel bis Montag zu verlassen, überall an den Schaufensterscheiben kleben rote Handzettel, auf denen genau darum freundlich und um Verständnis bittend gebeten wird.
    Ich war gestern in der Stadt und die Insel ist voll. Die meisten Gäste weigern sich, unser Eiland zu verlassen. Mittlerweile patroullieren Bundespolizei und Zoll durch die Strassen, um die Menschen zum Verlassen zu zwingen. Meine älteste Tochter betreut Ferienhäuser auf dem Festland in einer Gegend mit ebenfalls viel Touristen und sie berichtet das Gleiche. Diskussionen mit widerspenstigen Menschen ("Wir haben schliesslich gebucht und bezahlt!"), die ihren Urlaub doch bitte jetzt genießen wollen. Von Einsicht keine Spur.
    Ich verstehe es nicht.
    Ist das denn so schwierig? Corona macht eben auch nicht halt vor Porsche Cayenne und einer Reetdachkate mit Sauna in Kampen. Und es sind jetzt genau diese Menschen, die sich über alle anderen stellen. Nicht der müffelnde Stadtstreicher mit Zahnstand wie Dresden 45 ist der Asoziale, es sind überraschenderweise diese unbelehrbaren Touristen. Und die haben meistens alle Zähne.
    Mathematisch gesehen ist es doch ganz einfach: Es leben hier etwa 18000 Menschen, es gibt eine kleine Klinik mit fünf Beatmungsgeräten. Mit 25000 Menschen auf der Insel wird es noch knapper, als es ohnehin schon ist. Soll heissen, in einer Großstadt wären die Versorgungsmöglichkeiten wohl besser, hier muß man gleich ausfliegen, wenn es komplizierter wird. Aber nein, sie wollen bleiben, kaufen exzessiv H-Milch, Klopapier und Nudeln weg ( der Gerchtigkeit halber - das tun die Einheimischen auch -) und sorgen natürlich auch für günstigere Verbreitungschancen für den Virus. Zu körperlichen Auseinandersetzungen ist es bis jetzt noch nicht gekommen, aber potenziell durchaus möglich. Jeder Touri ist jetzt der Feind des Sylters. Interessante Wende, nachdem man jahrzehntelang den Urlaubern bis unter die Zunge gekrochen ist und die Sylter dabei völlig vernachlässigte.
    Ich würde gerne mal mit ´nem Lautsprecherwagen über die Insel fahren und von Tic Tac Toe "Verpiss Dich" spielen, oder von Peter Maffay "Und wenn Du gehst, dann geht auch ein Teil von mir". Aber das wohl zu naiv gedacht.
    Meine Hoffnung, dass es nach der Pandemie vielleicht eine Art Besinnung geben könnte, ein Besinnen auf die Gemeinschaft, auf Love and Peace, schwindet gerade dahin. Ich brauch wohl dafür dringend mehr Doppelkorn.
     
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  14. Suse

    Suse Well-Known Member

    Glaub ich leider nicht. Die Menschen vergessen schnell oder verdrängen "unbequeme" Dinge einfach. In schlechten Zeiten sind die Kirchen immer voll gewesen. Kaum ging es besser, glaubte niemand mehr an Gott. In anderen Religionen ist das vielleicht anders. Das weiß ich nicht.
    So banal es sich auch anhören mag und ich natürlich weiß, dass Vergleiche immer hinken, doch es wird genau so sein wie die Sache mit den guten Vorsätzen für's neue Jahr ....
     
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  15. Pferdefrau

    Pferdefrau Well-Known Member

    Ja, das sehe ich auch so. Das ist so eine Art Vogelstrauß-Politik: Kopf in den Sand.

    Mein Sohn hat die Krise mit dem Untergang der Titanic verglichen. Da ist was Wahres dran ...
     
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  16. narratöör

    narratöör Well-Known Member

    Verehrte Suse - da ist Dir wohl eine Neuentwicklung entgangen:
    Leider ist auch der Doppelkorn knapp geworden...
    Hier ist die Insel endlich weitgehend leer; es gibt bis heute abend ein Ultimatum, dieses Eiland zu verlassen. Hier und da wirds noch einige Unverbesserliche geben, die ihren Edelstahl in der Garage parken und die Jalousien runterlassen, als stünden die Zeugen Jehovas mit der guten Botschaft vor der Tür. Ist tatsächlch passiert. Es haben am Montag Dutzende Touristen im Rathaus versucht, schnell noch ihre Ferienwohnung als ersten Wohnsitz zu registrieren. Hat aber nicht funktioniert, der Bürgermeister hat diese Menschen aus dem Büro gejagt.
    Wir waren gerade am Strand - im März bei strahlender Sonne - und alles ist touristenfrei. Man erkennt das daran, dass sich die Spaziergänger alle mit "Moin!" grüßen. Irgendwie kennen wir uns ja alle.
    Bislang gibt es noch keinen Covid 19 Fall auf Sylt, man munkelt zwar, aber das scheint Dorftratsch zu sein.
    Passt auf Euch auf, ist ja gar nicht so schwer. Ich bin ja nun kein Fan der derzeitigen Regierungsspitze, aber die Maßnahmen leuchten mir absolut ein. Glücklicherweise sind meine Frau und ich fast eine Art Eremitenpaar, insofern fehlen uns die persönlichen Kontakte nicht.
     
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  17. Lusmore

    Lusmore Well-Known Member

    Moin @narratöör, das freut mich das jetzt Ruhe bei euch eingekehrt ist. Abgesehen von dem wirtschaftlichen Schaden, der oft auch die trifft, welche es nicht verdienen. Versucht das beste daraus zu ziehen. So leer wird die Insel wahrscheinlich nie wieder sein.

    Alles beste und Gesundheit. Schanpps gibt es hier noch, bei Notstand sag Bescheid. Penny hat gerade Tullamore im Angebot. An den halte ich mich gerade.
     
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  18. Stolpervogel

    Stolpervogel Well-Known Member

    Ich bekomme gerade Phantomkater. Glaub, es gab nie einen Abend, an dem der Tullamore Dew auf den Tisch kam, ohne, dass fiese Aliens meine Erinnerungen klauten. Ich mochte aber immer den Glennfiddich Rich Oak.
     
  19. Lusmore

    Lusmore Well-Known Member

    Den vertrage ich recht gut. Die Aliens kommen bei mir immer bei Tequila.
     
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  20. narratöör

    narratöör Well-Known Member

    Ist kaum zu kompensieren.
    Es gibt im Idealfall Kurzarbeitergeld und für die Saisonarbeiter laufen Arbeitsamtkohle bzw. Soze so einfach weiter. Man kann derzeit ja nicht einmal zur ARGE. Und wenn Du in der letzten Zeit mal versucht hast, ein Amt zu erreichen, bekommst Du einen Warteschleifen-Tinitus von der elektronischen "Kleinen Nachtmusik" - übrigens auch eine Technik, Musik hinzurichten und einen intensiven Hass auf Mozart zu erzeugen.
    Mein Chefchen wußte vor eine Woche noch nichts, aber ich bin sicher, dass Covid 19 auch bis nach Ostern aktuell ist. Ich rechne damit - und ich bin eher ein Realist als ein Pessimist - dass dieses Jahr tutti completto auf der Insel gar nichts mehr läuft. Wenn alle Stricke reißen, werde ich mich freiwillig für die Nachbarschaftshilfe melden, oder meinetwegen Regale bei REWE auffüllen.
    Irgendwie wirds gehen, wir haben noch ein paar Rücklagen und für den schlimmsten Fall der Fälle einen Schrebergarten und einen Überziehungskredit...
    Wer letztes Jahr einen schweinegroßen Kredit für ein Geschäft in der... sagen wir mal Friedrichstraße aufgenommen hat - und mit ein paar Penunsen kommst du ja hier nicht weit - ist allerdings wohl ziemlich gepflegt am A...h.
    Das wird ein komischer Sommer, wir haben sonst im Schnitt 1,1 Millionen Gäste, die meisten davon Juni, Juli, August. In diesen Monaten sind zeitgleich etwa 400000 Menschen auf der Insel. Seit in Kampen die nackigen Künstler und Intelektuellen absinthberauscht über die Strände hopsten, sind wir hier nicht mehr alleine und das sind jetzt gut 100 Jahre. Und ich darf dabei sein! Historisch!
     
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