Anonym

Dieses Thema im Forum "Papyrus Autoren-Club" wurde erstellt von Olli38, 3. Mai 2018.

  1. Olli38

    Olli38 New Member

    Ich danke für die Aufnahme im Forum und möchte gleich mit einer Frage starten: :)

    Ich habe gehört hier gibt es die Möglichkeit und den Service den Verlag im offiziellen Impressum hineinzuschreiben und so die Anonymität des Autors zu wahren. Also die sogenannte "ladungsfähige Adresse" .Die Geschichte die ich schreiben möchte, ist zu persönlich.

    Oder gibt es einen anderen (kostengünstigen) Service den ihr empfehlen könntet?

    Vielen Dank!

    Olli
     
  2. Olli38

    Olli38 New Member

    und um ehrlich zu sein, möchte ich mich nicht zum Gespött der Nachbarschaft machen, wenn meine Geschichte doch nicht so gut ist:ROFLMAO:
     
  3. Zauberfrau

    Zauberfrau Well-Known Member

    Hallo Olli, herzlich willkommen im Papyrus-Forum!

    Gleich vorneweg: Der Impessums-Service ist - glaube ich - aus datenschutzrechtlichen Gründen auf Eis. Da werden keine neuen Autoren mehr aufgenommen. Ich bin da auch nicht drin und warte noch, wie das mal wird. Andere Service-Seiten kenne ich nicht, weiß aber, dass es sie gibt (das ist natürlich auch eine Kostenfrage). Es interessiert mich auch zur Zeit weniger, weil ich aktuell noch nichts im Selbstverlag veröffentlichen will. Zur Zeit arbeite ich einer Ausschreibung im Netz entgegen. Da wird eine Novelle zu einem Cover gesucht, was ich eine lustige Idee finde. Aber das ist über einen Verlag und da ist ja der "Impressums-Service" inklusive.

    ABER:
    Hey! Die Nachbarschaft muss bei deinen Worten auf die Knie sinken! Wenn die es schon nicht lesen können, wer dann? Also ich wollte nicht etwas Mittelmäßiges schreiben, mit dem ich mich fürchten muss, zum Gespött zu werden. Nein. DU solltest auf alle Fälle mal überzeugt von deinem Text sein! (y) Und wenn du das noch nicht bist, dann ist er mit Sicherheit auch noch nicht fertig.
    Ach so: Und wenn die Geschichte zu persönlich ist, dann sollte sie vielleicht noch ein wenig liegen bleiben. Es ist nicht gut, mit Geschichten Abrechnungen vorzunehmen oder Ähnliches. Erst mal Gras drüberwachsen lassen, bis das Ganze in den Nebel der Vergangenheit gedriftet ist. Sonst kommst du noch wie ein Racheengel rüber.

    Hm, wenn das jetzt wie ne Kopfwäsche rüberkommt, tut es mir leid. Sollen mehr Ratschläge sein. Ich habe gemerkt, dass es immer gut ist, beim Schreiben einen kühlen Kopf zu haben und an den Plot schon emotional, aber dosiert emotional heranzugehen. Beim Plot-Entwurf im Denkbrett darf es noch ruhig ein bisschen krasser ausfallen. Aber wenn man schreibt, sollte man sich seiner Wirkung bewusst sein und sich in jedem Satz über die Wirkung der Worte klar werden. Und wenn das gelingt, dann ist der Text auch nicht mehr so schlecht, dass er zum Gespött werden könnte ;)

    Liebe Grüße,
    Vroni
     
  4. Ben Vart

    Ben Vart Guest

    Ein Risiko sollte schon jeder eingehen, der sich mit seinem Schaffen - in welcher Form auch immer - der Öffentlichkeit preisgibt. Die Lorbeeren ernten wollen, die Kritik aber fürchten ist kein ehrliches Handwerk. Beides muss für jemanden, der sich in die Öffentlichkeit wagt, zusammen gehören.
     
  5. LucyB.Anderson

    LucyB.Anderson New Member

    Hallo Olli!

    Es gibt ganz viele Gründe, warum ein/e Autor/-in Anonymität wünscht. Mittlerweile ist die Hemmschwelle im Netz so gering, dass die Grenzen zwischen positiven Äußerungen, konstruktiver Kritik und purer Lust am Niedermachen so dünn wie ein Bindfaden ist. Auch ohne deine näheren Beweggründe zu kennen, ich kann deinen Wunsch nachvollziehen. Wäre ein offenes Pseudonym für dich vielleicht eine Alternative? Je nach Genre sind Pseudonyme sogar gang und gäbe.

    Schönen Tag!
    Lucy
     
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  6. Theophilos

    Theophilos Well-Known Member

    Hallo Olli38,
    um ehrlich zu sein, ich würde zunächst Synonyme für die Namen in der Geschichte einsetzen und gegebenenfalls einige Daten leicht verändern, ohne die Geschichte selbst im Wesentlichen zu ändern. Nur einige "Eckpunkte" sozusagen. So kannst du Dich auch vor möglichem Gespött schützen.
    Ursprünglich hatte ich auch einmal überlegt, selbst unter einem Synonym zu veröffentlichen, aber um ehrlich zu sein, mit einem anderen Namen, der als Synonym dient, angesprochen zu werden, wäre nicht so meine Art.
     
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  7. Grudo

    Grudo Active Member

    Da gewöhnt man sich schnell dran.
     
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  8. AndreasE

    AndreasE Well-Known Member

    Bob Dylan hat sich mittlerweile auch dran gewöhnt.
     
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  9. Viviatis

    Viviatis Active Member

    Hallo Olli, auch von mir ein herzliches Willkommen!

    Ich versuche mich auch erst seit kurzem mit der Schreiberei und kann die Sorge gut verstehen. Aber da muss man eben durch, denke ich. Was Freunde und die Nachbarschaft betrifft, sehe ich das wie Vroni:

    Ich habe die Rohfassung meines Romans zuerst ein paar Freunden und Verwandten "aufgedrückt" und als die mir den Daumen hoch gezeigt hatten, es in der zweiten Fassung der Nachbarschaft zu lesen gegeben. Eine Nachbarin ist Lehrerin und hat sogar noch einmal meine letzte Fassung auf Rechtschreibung geprüft, weil sie den Roman sehr gut fand. Ich weiß, das wird gemeinhin als nicht professionell angesehen, aber das ist halt mein Weg gewesen.

    Wie Dein Weg sein wird, bleibt am Ende nur Dir überlassen. Aber wenn Du irgendwann etwas veröffentlichen willst, musst Du diese Hürden nach und nach überwinden und was liegt näher, als dass die erste Hürde Dein Umfeld ist?

    Viel Erfolg!
     
  10. MattD

    MattD Member

    Hallo von einem anderen Neuen in diesem Forum.

    Ich möchte gerne auf Olli‘s ursprüngliche Frage zurück kommen.
    Hat jemand Erfahrung mit der Gründung eines Eigen-/Selbstverlags?

    Ich mag ja Paranoid sein, bemühe mich jedoch seit Jahren, im Netz unbekannt zu bleiben. Kein Facebook, Twitter, ...
    Jetzt soll ein Impressum das ändern?

    Ein Impressumservice kann teuer werden, wenn man mehrere Bücher veröffentlicht. Daher der Gedanke meines eigenen Verlages.

    Bin für alle Anregungen offen.

    Danke
    Matt
     
  11. Zauberfrau

    Zauberfrau Well-Known Member

    Hallo @MattD ,

    hm, also das geht nicht: Selbstverlag und unbekannt bleiben. Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass. ;)

    Ich empfehle dir, mal auf die Frankfurter Buchmesse (z.B am 13.10.18) in den Selfpublishing-Bereich zu gehen. Dort gibt es sehr gute Vorträge und auch sonst tolle Anlaufstellen (und die Leute von Papyrus Autor sind auch irgendwo da in der Ecke :D). Ich habe schon einige Vorträge gehört und das allgemeine Credo lautet: "Bau dir ein Netzwerk auf, mach dich bekannt!" Nur so wirst du dich und deine Bücher schnell verbreiten. Marketing ist das A und O. Selbst, wenn man bei einem Verlag landet, hat man Marketing-Verpflichtungen. Eine Bekannte von mir hat gerade ihr Buch herausgebracht (zugegeben - Großverlag) und macht jetzt eine Lesetour. Ihr Autorenfoto prangt gerade bei Thalia in Übermannsgröße auf dem Schaufenster. Also klein und versteckt - inkognito - seine Romane schreiben und in aller Munde sein, das ist nicht mehr üblich. Klappern gehört zum Handwerk. Und das heißt: Viele Leute kennen, v.a. die richtigen Leute kennen, eben ein Netzwerk aufbauen.
    Hier hab ich mal ein paar Links zum Reinschnuppern:

    https://www.vomschreibenleben.de/

    oder auch mal ein etwas anderes Marketing:

    https://www.boersenblatt.net/artikel-cleveres_marketing_fuer_eine_lesung.1489383.html

    Ich habe selbst schon mit dem Gedanken gespielt, mir ein eigenes Label zu machen. Andererseits: Warum nicht versuchen, bei einem Verlag zu landen? Ich werde auf jeden Fall mal bei den Agenturen klinkenputzen gehen, wenn mein Roman fertig ist. Gerade diese Woche habe ich mich mit einer Lektorin getroffen. Und die empfiehlt, auf alle Fälle über Agenturen zu gehen. Mehr wie ablehnen können sie einen nicht. Und danach kann ich immern noch über SP nachdenken. Was ich bestimmt nicht machen werde, ist, mein Buch unlektoriert herausbringen (aber die Dame, die ich da getroffen habe, die kann ich mir nicht leisten ... da hoffe ich auf einen Verlagslektor). Denn das Vier-Augen-Prinzip finde ich sehr wichtig. Und das andere Augenpaar sollte sein Handwerk schon verstehen. Testleser sind gut, aber reichen nicht.

    Sehr gut sind auch in diesem Fall Kleinverlage. Allerdings scheint die Entlohnung da nicht ganz so gut. Manche Autoren können sich von ihrem Buch da grade mal einmal Essen-Gehen im Jahr gönnen. Und dafür die ganze Arbeit? Man muss wissen, warum man etwas tut. Wenn man am Schreiben an sich Spaß hat und nur sein eigenes Buch in den Händen halten will, dann reicht auch ein Kleinverlag. Wenn man da auch noch Geld verdienen will, führt ein Weg an den Agenturen nicht vorbei. Oder eben SP mit großem Marketing-Aufwand.

    Ich wünsch dir auf alle Fälle viel Erfolg, egal wie du dich entscheidest :)

    LG,
    Vroni
     
  12. Viviatis

    Viviatis Active Member

    Nee, das ist eher gesunder Menschenverstand als dass ich das als paranoid bezeichnen würde!
     
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  13. JMP

    JMP New Member

    Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Ich habe mal ein paar Leseproben an Bekannte vergeben, um mir Meinungen einzuholen, und das war gefühlt wie ein Seelenstriptease, obwohl die Geschichte mit mir selbst nichts zu tun hat. Es sind aber meine Worte und meine Gedanken... Damit lernt man aber umzugehen.

    Absolut richtig, bloß nicht unlektoriert veröffentlichen ... Vielleicht noch eine Idee vor dem Einsenden: Es gibt viele Lektoren, die ein Problelektorat (oftmals kostenfrei oder sehr günstig) anbieten. Das hilft, schon mal eine Menge Feedback zu bekommen, zu sehen, an welchen Stellschrauben noch etwas gestellt werden muss, was stilistisch überarbeitet werden muss. Und man sieht, wie der jeweilige Lektor arbeitet und ob man sich eine Zusammenarbeit vorstellen kann. Ich hatte mal einige Probelektorate von einem Kapitel oder ein paar Seiten machen lassen, mir hatte das jedenfalls sehr geholfen. Und ich hab einen Lektor gefunden, dem ich nach und nach aufbauend Kapitel zusenden kann. Das schont den Geldbeutel.
     
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  14. MattD

    MattD Member

    Hallo Vroni,

    das ist ein Fall von „Again what learned!“
    Ich habe mich missverständlich ausgedrückt. Sollte mir in meinen Geschichten nicht passieren.

    Mir ist schon klar, dass man bekannt sein muss, um Bücher zu verkaufen. Nur nicht unbedingt unter dem Namen, den meine Eltern mir zukommen ließen.

    Zum einen möchte ich keinesfalls meine Privatadresse im Impressum veröffentlichen. Die Datenschutzdiskussion wird nicht ohne Grund geführt. Ich bin aus der Branche und weiß, was mit persönlichen Daten angestellt wird.
    Zum anderen verträgt es sich nicht mit meinem Hauptberuf, auf den ich noch angewiesen bin. Das mag anders aussehen, wenn ich nach meinem x-ten Bestseller vom Schreiben leben kann.

    Daher die Idee mit dem Selbstverlag. Somit kann ich diese Geschäftsadresse im Impressum angeben. Im Prinzip der gleiche Effekt wie beim Impressumsservice. Mir geht es aber um einen Kostenvergleich. Ab welcher Anzahl Bücher lohnt es sich, usw.
    Ich plane über KDP oder BoD zu verlegen. Die Geschichte mit dem Marketing kriege ich hin. Das ist Teil meines Berufs.

    Natürlich gebe ich meine Manuskripte an Freunde und Bekannte zum Lektorat. Das sollte meiner Meinung nach jeder Schriftsteller tun.

    Gruß
    Matt
     
  15. Ulli

    Ulli Administrator Mitarbeiter

    Hmmmm ... wir kennen immerhin etliche Erfolgsgeschichten, wo die Kombo aus Eigenlektorat mit Hilfe von Papyrus Autor und guten Testlesern zu Büchern geführt hat, die dann in Schriftsteller-Karrieren mündeten.
    Kommt halt immer ein bisschen aufs eigene Sprachgefühl an und darauf, wie viel Mühe man selbst zu investieren bereit ist. Überarbeitung ist natürlich von dem, der's geschrieben hat, am Wertvollsten.
    Letztlich können Testleser die Macken in der Geschichte finden, wenn sie gut (und kritisch!) sind, und man kann hier auch eine Menge lernen. Sehr zu empfehlen sind hier bspw. die Schriftsteller-Kurse in der Bundesakademie für Autoren in Wolfenbüttel - das sind immer ein paar Tage, wo einem abends der Kopf raucht und man lernt, seine Texte mit neuen und auch anderen Augen zu sehen.

    Für einen guten Lektor muss man halt Glück haben, dass man ihn sich leisten kann, dann ist der Wert natürlich unschätzbar. Aber dass man ausschließlich mit Lektor Erfolg haben kann, ist übertrieben. Es ist nur sehr viel mehr Arbeit ...
     
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  16. Viviatis

    Viviatis Active Member

    Das sehe ich ähnlich. Ohne, dass ich die Arbeit eines Lektors herabwürdigen möchte: Am Ende stellt sich vermutlich immer die Frage, ob der lektorierende Mensch auch zum Autor und dem Geschriebenen passt. Je professioneller ein Lektor oder eine Lektorin ist, je differenzierter wird er/sie aber vermutlich an die Sache herangehen können.

    Ich persönlich würde zum jetzigen Zeitpunkt meine Texte nur sehr ungern professionell lektorieren lassen. Erstens weiß ich nicht, ob sich das überhaupt lohnen würde und zweitens wäre ich in dieser Hinsicht bestimmt kein leichter "Kunde" weshalb Kompetenzstreitereien wahrscheinlich vorprogrammiert sind. Dann gehe ich lieber den steinigeren Weg und bin neugierig, was dabei herauskommt. Das mag auch daran liegen, dass es ja nur ein ganz persönlicher Traum war, überhaupt einmal einen Roman zu schreiben. Und das von A bis Z ohne zutun von außen.

    Wäre ich Profi und müsste davon leben, würde ich das bestimmt anders sehen, denn dann hätten andere ja auch ein Wörtchen mitzureden und Zeit ist schließlich Geld.

    Probelesen und konstruktive Kritiken von Freunden, Bekannten oder anderen Menschen, die sich dazu bereit erklären, sind natürlich trotzdem Pflicht, damit man nicht nur im eigenen Saft schmort. Schließlich reicht es ja auch nicht, wenn das Essen nur dem Koch schmeckt. Es sein denn, er ist einsam und kocht nur für sich selbst...(y)
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. Juli 2018
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  17. Theophilos

    Theophilos Well-Known Member

    Ich bin mir auch nicht sicher, ob Lektoren immer so professionell sind, wie sie im allgemeinen angesehen werden (wollen).
    So habe ich von einer Bekannten, die schon einige Bücher lektoriert veröffentlicht hat, gehört, dass durchaus die Gefahr bestehen könnte, dass ein/e Lektor/in soviel am Skript auszusetzen hat und auch dem Buch eine Richtung zu geben versucht, dass im Endeffekt das Werk fast nicht mehr als das eigene angesehen werden kann.
    Und bei meinem ersten Buch, das ich mehrfach korrigiert hatte und das meine Frau als Germanistin nach einer kritischen Durchsicht als durchaus ausgewogen und spannend, was es ja sein sollte, befand, verspürte ich keine große Lust, mich auf den langen Weg des nachträglichen Lektorierens zu machen.
    Was das Probelesen etc. angeht, bin ich ganz der Meinung von Viviatis. Mal sehen ob sich meine Haltung ändert, wenn ich mal mit einem/r Lektor/in zusammentreffe, um ein zukünftiges Buch zu veröffentlichen.;)
     
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  18. Ulli

    Ulli Administrator Mitarbeiter

    Du HAST damit ja aber auch einen Lektor. :)
     
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  19. Greifenklau

    Greifenklau Active Member

    Eine „Lektorin“, manche legen da Wert drauf.
     
  20. Theophilos

    Theophilos Well-Known Member

    Ok, habe ich so nicht gesehen. Zudem die eigenen Frauen die schärfsten Kritikerinnen sind bzw. sein können. ;)
     
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