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Papyrus Autor
 

Stilanalyse / Rechtschreibkorrektur

(Lesen Sie hiernach weiter bei Kapitelübersicht mit Anmerkung und Status
oder kehren Sie zurück zur Papyrus Autor Funktionsübersicht.)

 

1. Stilanalyse / Rechtschreibkorrektur

 

1 Die Stilanalyse hilft, mögliche Schreibstilschwächen zu finden

Die Stilanalyse soll helfen, den Stil eines Textes zu verbessern. Ähnlich einer Rechtschreibkorrektur wird durch Unterstreichung, Unterkringelung oder Einkästeln markiert, was die Stilanalyse als mögliche Schwächen Ihres Textes erkennt. Die Betonung liegt hierbei aber auf »mögliche« Schwachstelle!

Eine gute Rechtschreibkorrektur (insbesondere der von Papyrus verwendete »Duden Korrektor«) wird nur markieren, was auch wirklich fehlerhaft ist.

Anders - prinzipbedingt - die Stilanalyse. Die markierten Stellen sind hier als Vorschläge zu verstehen, sich diese Textstellen doch nochmals genauer anzuschauen.

Erschrecken Sie also nicht, wenn Ihr Text nach Einschalten der Stilanalyse »fürchterlich« viel rot und grün und Kästchen und Kringel aufweist - das ist völlig normal.

Nutzen Sie die verschiedenen Arbeitsmodi der Stilanalyse - nur wenig Kringel für die »schlimmsten Schnitzer« während des kreativen Textens; und »das harte Programm« für einen Durchgang des weitgehend fertigen Textes.

Beachten Sie auch, dass insbesondere in der wörtlichen Rede häufig stilistisch weniger niveauvolle Ausdrücke vorkommen können, ohne dass diese tatsächlich »schlecht« wären (der Charakter redet in Ihrem Buch eben so).

Noch einmal betont: Die Stilanalyse soll eine Hilfe sein, mögliche Schwachstellen zu finden, über die man beim Lesen »stolpert« und die einen aus dem Lesefluss reißen.

Sie ist nicht dafür gedacht, dass Sie alle markierten Stellen auch wirklich umschreiben müssen - vielleicht ist die Stelle ja durchaus stimmig.

 

2 Welche möglichen Schwachpunkte findet die Stilanalyse?

Die Papyrus Autor Stilprüfung markiert verschiedenste »Stilbrüche« durch verschiedene Unterstreichungen oder Einkästelungen einstellbarer Farbe.

Dazu können Sie im Text mit der Maus auf den markierten Ausdruck gehen und sehen in einem Tooltip, was an dieser Stelle »faul« sein könnte.

Im Wesentlichen finden Sie hier drei Bereiche, die gern einmal als »schlechter Stil« auffallen:

Zunächst sind dies in naher Textumgebung verwendete doppelte Wörter. Wenn Sie innerhalb weniger Sätze immer wieder das Wort »Dampfschiff« benutzen, wirkt der Text dadurch erfahrungsgemäß langweilig und holperig auf den Leser.

Benutzen Sie hier Papyrus Autors Thesaurus, das eingebaute Synonym-Lexikon, indem Sie einen Rechtsklick auf ein doppeltes Wort machen und sich aus der Liste der Synonyme ein passendes heraussuchen.

Zu lange Sätze sind auch häufig etwas, das man lieber vermeiden sollte. Je länger ein Satz wird, desto schwieriger wird es für den Leser, den Sinn des Textes zu erfassen. Genau das wollen Sie aber nicht, denn das bringt die Gefahr mit sich, dass der Leser ermüdet - und schlimmstenfalls Ihr Buch weglegt.

Zuletzt gibt es etliche Worte und Ausdrücke, die als stilistisch »schlecht« gelten. Hierfür führt Papyrus ein Negativ-Lexikon eben solcher Begriffe und markiert diese beim Auftreten im Text an.

Die Begriffe sind hierbei in verschiedene Kategorien gegliedert.

Nochmals betont: Die Stilanalyse fällt kein absolutes Urteil! Nicht alles, was markiert wird, sollten Sie ändern. Etliches davon dürfte sogar an den speziellen Textstellen völlig in Ordnung sein, an denen Sie gerade diese Ausdrücke und Wendungen benutzt haben.

Verändern Sie also nicht zu viel an Ihrem Text, nur weil es von der Stilanalyse markiert wurde. Dennoch aber sind die Markierungen statistisch betrachtet eher Hinweise auf schlechten Stil, als dass der Text immer so bleiben könnte und sollte.

 

3 Einstellen der Stilanalyse

 Die Stilanalyse wird unter »Optionen« (Win) bzw. »Einstellungen« (Mac) unter der Rubrik »Rechtschreibprüfung« eben im Dialog »Stilanalyse« mit dem Hauptschalter »Stilanalyse für Autoren« ein- und ausgeschaltet.

Schneller geht dies per Klick auf das kleine Schreibfeder-Symbol unten in der Statusleiste Ihres Textfensters, direkt rechts neben dem Buch-Symbol für die Rechtschreibkorrektur.

Durch einen Rechtsklick auf die Schreibfeder rufen Sie auch direkt den Dialog »Stilanalyse« auf, ohne den Umweg über das Menü gehen zu müssen.

Es können fünf verschiedene benutzerdefinierte Zusammenstellungen (namentliche »Settings«) von Stilanalyse-Einstellungen verwaltet werden, die dann in dem Dialog Popup abrufbar sind.

So können Sie schnell zwischen verschiedenen Einstellungen hin und her schalten, bspw. von »flüssiges Schreiben«, wo Sie möglichst wenig Anmerkungen haben wollen, auf den Satz für die »Endkorrektur«, der alles Mögliche moniert und markiert.

»Standardeinstellungen« setzt das aktuell eingestellte »Setting« zurück auf unsere Voreinstellungswerte.

Die verschiedenen Markierungen für »schlechten« Stil können Sie getrennt voneinander in der Markierungsfarbe und Art der Auszeichnung (»zart unterstrichen«, »dick gestrichelt«, »umkästelt« und weitere vielfältige Arten der Markierung) einstellen (durch Klick auf die Farbe bzw. auf das Pop up mit der Art der Markierung).

Die Einstellungen zur Papyrus Autors Stilanalyse werden in der Datei »Author.ini« (Win) bzw. »Papyrus Author Preferences« (Mac, liegt im Preferences Ordner) gespeichert (damit diese bei Bedarf einzeln gesichert werden können).

Kommen wir jetzt zu den drei Rubriken möglicher Stilbrüche, die mittels Papyrus‘ Stilanalyse gefunden werden können:

 

1.5 Wortwiederholungen in engem Textbereich

Innerhalb weniger Zeilen mehrmals den gleichen Begriff (sog. »Dubletten«) zu benutzen, gilt als schlechter Stil, da der Leser das als Muster im Text erkennt und darüber »stolpert«.

Wenn man »Wortwiederholung« einschaltet, sucht Papyrus Autor innerhalb einer einstellbaren Umgebung von Zeilen ober- und unterhalb von Wörtern nach »Zwillingen« zu diesem Wort.

Sie können einstellen, wie viele Zeilen über und unter einem Wort durchsucht werden (wir empfehlen mindestens 3 und maximal 12 Zeilen).

Dazu stellen Sie ein, wie lang Wörter überhaupt sein sollen, ehe sie überprüft werden.
Dreibuchstabige Wörter sind häufig Hilfsverben, Artikel, Präpositionen und derlei, welche auch in der Verdoppelung beim Lesen nicht als störend auffallen.

Dazu bietet die Stilanalyse von Papyrus Autor eine »Liste ignorierter Wörter «, die davon ausgenommen werden, als Dubletten in enger Umgebung markiert zu werden. Diese Liste ist von Ihnen frei editierbar.

Die Liste für die Dublettensuche im engen Bereich enthält bereits die wichtigsten häufigen Wörter (»der«, »die«, »das«, »ein«, »ist«, ...). Diese etwas über 100 häufigsten Wörter sind einer statistischen Analyse entnommen und bilden knapp 50% der Wörter des deutschen Schriftgutes, die Liste stellt also eine gute Vorauswahl dar.

Nach Dubletten (wie auch nach den noch besprochenen »Unwörtern«) wird mit einer Grund- und Beugungsformen-Erzeugung gesucht. Nach grammatikalischen Regeln werden also neben der Grundform auch Beugungen (Plural, Genitiv, etc.) einigermaßen regelmäßiger Wörter gefunden.

Die Algorithmik für Stamm- und Beugungsformen ist sprachenabhängig und richtet sich nach der entsprechenden Einstellung (Menü »Zeichen«, »Silbentrennung / Sprache...«). Im Normalfall also einfach auf »Deutsch« lassen.

Wünscht man dies Auffinden aller Varianten der Grund- und Beugungsformen eines Wortes nicht und möchte nur die tatsächlich im Text stehende Form ohne Varianten gesucht / analysiert haben, so kann man die Beugungsform-Varianten im »Duden Korrektor« Dialog abschalten.

 

5  Zu lange Sätze

Es gilt als schlechter Stil, den armen Leser mit überlangen Sätzen zu quälen, bei denen man bei Erreichen des Endes schon vergessen hat, wie der Satz anfing.

Ich selbst neige ebenfalls zu dieser Schwäche.

Es werden durch die Papyrus Autor Stilanalyse alle Sätze hervorgehoben, die über die angegebene Mindestlänge von Wörtern hinausgehen.

»Sätze« sind hier definiert durch feste Seiten-, Zeilen und Absatzenden, Doppelpunkte sowie die Satzendezeichen Punkt, Ausrufe- und Fragezeichen.

 

6  Negativ-Lexikon von Aufblähungen und anderen Unwörtern

Es gibt eine Reihe stilistischer »Macken«, die allgemein bekannt sind, dazu gibt es noch reichlich Wörter, die aus persönlicher Eigenheit immer wieder eher unbewusst in den Text »rutschen«, obwohl man selbst diese Worte gern vermeiden würde.

Texte lesen sich ohne diese »Unwörter« flüssiger und spannender.

Genau dafür führt Papyrus Autor in seiner Stilanalyse ein Negativlexikon von Wörtern, die auf stilistisch schwache Stellen hindeuten und entsprechend markiert werden.

 

Verwaltet und gehalten werden all diese »Füllwörter« oder »Unwörter« in der Datei »fillwords_de.txt« im Papyrus-Ordner »Wörterbücher«. Sie können die Liste der »Füllwörter« auch selbst erweitern und ändern (mit dem Button ).

Die Füllwortliste »fillwords_de.txt« ist eine Textdatei, die Sie auch außerhalb von Papyrus bearbeiten können, wenn Sie mögen.

Nach »Unwörtern« (wie auch nach den schon besprochenen Dubletten) wird ebenfalls mit der oben schon erwähnten Grund- und Beugungsformen-Erzeugung gesucht.

Man kann den einzelnen »Füllwörtern« auch eine Stufe verleihen, erst ab der sie markiert werden sollen.

Ist ein Füllwort also von Stufe 2, aktuell im Dialog eingestellt ist aber nur Stufe 1, dann wird das Wort nicht markiert angezeigt.

Erst, wenn die Stufe im Dialog auf [ 1, 2 ] gestellt wird, wird auch das Füllwort als (möglicherweise) schlechter Stil unterstrichen.

Die Vergabe der Stufen pro Wort wird hinter dem »Unwort« selbst in der »Füllwortliste« in eckigen Klammern getätigt ([1], [2] oder [3]). Ob man dabei der Übersichtlichkeit halber trennende Leerzeichen angibt, ist der Papyrus Autor Stilanalyse egal. Hat man keine Stufe angegeben, ist die Stufe automatisch [1].

Füllwörter werden auch gefunden, wenn sie in fillword_de.txt klein, aber im Text groß geschrieben werden (z. B. an Satzanfängen).

Es werden verschiedene Kategorien von »Unworten« unterschieden, die jeweils auf ihre Art stilistisch »Holperiges« beschreiben und einzeln überprüft werden sollten (oder aber, wenn es nicht nicht stört, an- und abgeschaltet werden können).

Die Kategorien können jeweils einzeln mit verschiedenen Farben und Unterstreichungen markiert werden.

In der »Füllwortliste« wird die Zugehörigkeit durch Hinschreiben der Kategorie in runden Klammern vermerkt (mit oder ohne Leerzeichen zwischen Wort, Kategorie und optionaler Stufe ist egal).

Kommen wir zu den einzelnen Kategorien der Unwörter.

 

6.1 »Füllwörter« (oder »Blähwörter«)

Hier stehen erst einmal alle Begriffe, die Sätze unnötig in die Länge ziehen und vom eigentlichen Geschehen ablenken, die den Text also aufblähen.

Alle Wörter in der Füllwortliste, die hinter dem Wort keine Kategorie in Klammern vermerkt haben, fallen in diese Rubrik.

Hierhin gehört auch der typische persönliche (Un)-Geschmack, also Wörter, die einem gern in den Text »rutschen« und die man vielleicht sogar als persönliche Schwäche kennt.

Für mich persönlich war das Wort »nunmehr« eine Zeit lang so ein hässlicher Kandidat, den ich mir aber, den Göttern sei Dank, wieder abgewöhnt habe.

Einige Füllwörter seien hier für einen ersten Eindruck wiedergegeben:

bestimmt, irgendwie, irgendwo, irgendwas, irgendwann, ja, mal, nun, manchmal, möglicherweise, sehr, sogar, tatsächlich, unbeschreiblich, vielleicht, wahrscheinlich, wieder, wirklich, wohl, ziemlich.

Dazu haben wir noch etliche weitere Ausdrücke in Stufe [2] aufgenommen, die beim Lesen oft als »schwach« empfunden werden.

Eigene Ergänzungen und Bearbeitungen sind (wie bei allen Kategorien) mit möglich.

 

6.2 Die Kategorie »Adjektiv / Adverb«

Sie sollen natürlich nicht gänzlich auf Adjektive und Adverbien verzichten. Es zeigt sich allerdings, dass man beim »Ringen« und die gelungenste Formulierung gern Ausdrucksstärke durch Anreicherung mit Adjektiven ersetzt. Weniger ist oft mehr.

»Eine schwere Eisenstange« z.B. ist schon fast ein Pleonasmus - die »Schwere« steckt schon im Eisen.

Häufig gilt, dass ein präziseres Wort die Kombination »Adjektiv + Hauptwort« bzw. »Adverb + schwächeres Verb« treffender ersetzen kann.

Statt »langsam gehen« ist »schlendern« treffender (oder »schlurfen« oder »schleichen« - was halt gerade auf die Szene passt).

Daher haben wir hier die wichtigsten gut 150 Adjektive und Adverbien aufgenommen, auf dass sie im Text als mögliche Schwächen im Ausdruck angekreidet werden.

Natürlich sind hier wieder eigene Ergänzungen (oder auch Streichungen oder Umstufungen im Level, bspw. [1] auf [2]) möglich - einfach entsprechend die »«.

In diese Kategorie werden alle Wörter aufgenommen, die in der Füllwortliste von einem »(Adjektiv)« oder einem »(Adverb)« gefolgt sind (z.B. »schwach (Adjektiv) [1]«).

 

6.3 Phrasen

Politiker mögen beim Schreiben ihrer Reden diesen Teil abschalten - hier finden sich viele »leere Worthülsen«, die eigentlich nichts aussagen.

Phrasen mit mehreren Wörtern sind ebenfalls als »Unwort« definierbar, auch mit Satzzeichen (OK, ist strenggenommen dann kein »Unwort« mehr, aber deswegen wollten wir uns keinen neuen Oberbegriff ausdenken).

 

6.4 »Verbfaulheit«

Die Verwendung von Hilfsverben mag darauf hindeuten, dass hier eine Tätigkeit eher stilistisch unsauber umschrieben wird, als dass ein treffenderes Verb gesucht worden wäre.

Insbesondere ein Konjunktiv mit »würde« lässt sich meist mit einem direkt in den Konjunktiv gesetzten Verb stilistisch feiner bilden.

Es gilt hier allerdings zu beachten, dass die Papyrus Autor Stilanalyse noch keine Grammatikanalyse beinhaltet. Somit werden unter dieser Kategorie auch Zeitformen wie die vollendete Gegenwart oder vollendete Vergangenheit »gefunden«. Wen das stört, der schalte diese Funktion ab. Wir arbeiten derweil an noch intelligenteren Suchroutinen.

 

6.5 Konjunktionen

»Bandwurmsätze« sind nicht leserlich, insbesondere, wenn der Leser sich durch verschachtelte Grammatik kämpfen muss.

Neben der oben einstellbaren gesamten Satzlänge sind auch die »Satzverbinder«, die Konjunktionen, »und«, »wie« und »als« prima Indikatoren für Sätze, die auch separat stehen könnten.

 

6.6 Passiv

Passivkonstruktionen sind oft nur aus »krummen Gedanken« des Autors entsprungen und nicht aus gewollter Sinnhaftigkeit.

Meist lassen sich Passiv-Sätze gut in eine Aktiv-Form umstellen, und im Regelfalle dient dies der Lesbarkeit.

Es gilt allerdings auch hier das für »Verbfaulheit« Gesagte: Die Papyrus Autor Stilanalyse enthält noch keine Grammatikanalyse, so dass das simple Finden von »wurde« und »wurden« auch nicht im Passiv stehende Sätze findet. Wir arbeiten an einer Ausweitung dieser Funktion, für eine erste Kontrolle allerdings ist auch das Vorhandene schon sehr hilfreich.

 

6.7 Gleichzeitigkeit

»wie« leitet oft eine schwache Metapher ein, über die man noch einmal nachdenken sollte.

»als« ist ein Anzeiger für »Gleichzeitigkeit«. Ein »als« im ersten Satz eines Textes bezeichnet der Dozent an der Bundesakademie Wolfenbüttel, Klaus Frick, als »Alsheimer«.

 

6.8 Hellsehen und Wertung

Diese Kategorien sind nur bedingt »schädlich«. Es hängt hier stark von der Erzähler-Perspektive ab, ob solche Konstruktionen zulässig sind oder nicht.

Erzähle ich eine Geschichte aus der »ich«-Perspektive, so kenne ich alle Gefühle, weiß, was in mir vorgeht etc. - ich kann also auch darüber schreiben.

Ich weiß allerdings als neutraler Erzähler nicht, was eine andere Person gerade denkt oder fühlt - ich kann bestenfalls Mutmaßungen darüber anstellen.

Logische Fehler fallen einem Leser schnell auf und reißen ihn aus der Geschichte, in der er doch lieber in tiefer Versunkenheit verblieben wäre (aus Ihrer wie aus seiner Sicht).

Ich kann ein Buch so schreiben, dass ich den Leser quasi an die Hand nehme und in die Geisteswelt eines Charakters hineinversetze (»Harry hatte gegenüber Ron ein fürchterlich schlechtes Gewissen«).

Wenn ich derlei allerdings vermeiden will und mein Buch aus der neutralen Erzähler-Perspektive schreibe, verbietet sich Hellsehen.

Gleiches gilt für eine Wertung. Ich kann als neutraler Erzähler (oder auch in der Ich-Perspektive für andere Charaktere) nicht wissen, ob »Eduardo total blöde« ist.

Ich kann dem Leser nur Indizien dafür liefern: Beschreibung des Gesichtsausdrucks (Wertung!) mit offenem Mund, hängender Unterlippe, gekrauster Stirn, umherirrendem Blick (Wertung!) mit wandernden Augen, Pupillen, die keinen Fokus finden ...

So habe ich damit gleich noch eine »buntere« Schilderung gebastelt, als wenn ich einfach nur »Eduardo ist total blöde« schriebe.

Aber nochmal: Hier, bei »Hellsehen und Wertung«, ist alles eine Frage der Erzählperspektive!

 

6.9 Kategorie »Sonstiges«

Sie können in runden Klammern auch frei gewählte Begriffe hinter Ihren Füllwortliste-Eintrag schreiben.

Dies ist für Fälle gedacht, die Ihnen noch einfallen - zu Ihrer freien Verwendung. Solcherart durch Klammern mit freiem Text ergänzte Worte landen dann alle gemeinsam in dieser Kategorie.

 

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